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Amtsübergabe im griechischen Finanzministerium

Scheidender Varoufakis betont Gemeinsamkeiten mit neuem Finanzminister Tsakalotos.

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Amtsübergabe im griechischen Finanzministerium

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In Griechenland hat der scheidende Finanzminister Yanis Varoufakis das Amt an seinen Nachfolger Euklides Tsakalotos übergeben. Tsakalotos, bisher griechischer Chefunterhändler bei den internationalen Kreditgebern, gilt als Mann der sanften Töne, anders als Varoufakis, der immer wieder durch provokantes Auftreten aufgefallen war. Trotzdem sieht Varoufakis Gemeinsamkeiten mit seinem Nachfolger:

“Ich glaube, dass wir in unserer politischen Philosophie eines gemeinsam haben: Wir verachten die mangelhaften Argumente, die meistens darauf hinauslaufen, dass Dinge so getan werden müssen, weil sie immer schon so getan wurden.”

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Tsakalotos zeigte sich dagegen gewohnt zurückhaltend:

“Ich habe Lampenfieber und bin besorgt. Ich übernehme das Amt zu einem schwierigen Zeitpunkt in der griechischen Geschichte. Ich hoffe, ich kann diese harte Aufgabe erfüllen.”

Zum Schluss des Auftritts vor einer überdimensionierten griechischen Flagge gab es noch eine freundschaftliche Umarmung der beiden Finanzminister, die ungewöhnlich heiter wirkten – eine Heiterkeit, die Tsakalotos in den nächsten Tagen wieder vergehen dürfte.

Frankreich und Deutschland hatten am Montag
ernsthafte Vorschläge für die Lösung der Schuldenkrise angemahnt. Und EU-Kommissar Günther Oettinger hatte Griechenlands Austritt aus dem Euro in Aussicht gestellt: “Ein insolventes Land, das eine Parallelwährung einführt, passt nicht zur Währungsunion”, sagte Oettinger der deutschen Boulevardzeitung Bild.

Tsakalotos’ Vorgänger Yanis Varoufakis war nach dem Volksentscheid über das griechische Sparprogramm zurückgetreten. Er hat damit Platz gemacht für einen Nachfolger, der den internationalen Geldgebern in Verhandlungen wesentlich sympathischer sein dürfte.