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Neuer Lösungsversuch im Schuldenstreit: Brüssel wartet auf Vorschläge aus Athen

Wieder einmal blickt Athen nach Brüssel, dort unternehmen die Chefs der 19 Euro-Staaten am Dienstag einen neuen Versuch, den Konflikt um Schulden

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Neuer Lösungsversuch im Schuldenstreit: Brüssel wartet auf Vorschläge aus Athen

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Wieder einmal blickt Athen nach Brüssel, dort unternehmen die Chefs der 19 Euro-Staaten am Dienstag einen neuen Versuch, den Konflikt um Schulden, Reformen und Hilfszahlungen zu lösen. Brüssel wartet derweil auf neue Vorschläge aus Athen. Auch die Europäische Zentralbank wartet auf eine politische Lösung, um die Banken weiter am Leben halten zu können.

Meinung

Die griechische Regierung muss heute in Brüssel erklären, wie sie gedenkt, in dieser Gemengelage weiter zu kommen.

Es seien viele Gelegenheiten zur Lösung der Krise verschwendet worden, betonte EU-Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovoskis.

Doch ob Athen das verloren gegangene Vertrauen der Geldgeber wieder erlangen kann, ist fraglich. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dämpfte vor dem Europaparlament in Straßburg die Erwartungen an den anstehenden Gipfel in Brüssel – betonte aber guten Willen zu haben: “Der Ball liegt überdeutlich im Lager der griechischen Regierung. Die griechische Regierung muss heute in Brüssel erklären, wie sie gedenkt, in dieser Gemengelage weiter zu kommen. Die Europäische Kommission ihrerseits und auch ihr Präsident sind jedenfalls bereit, alles zu tun, damit wir in Zeitabständen, die hinnehmbar sind, zu einer Einigung kommen.”

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident François Hollande drängten bei einem Treffen in Paris auf Lösungsvorschläge aus Athen.

Doch auch in Europa gehen die Positionen auseinander. Der französische Regierungschef Manuel Valls schloss einen Schuldenschnitt nicht mehr aus, das sagte er dem Radiosender RTL. Der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel betonte in einem Interview mit dem “Stern”, zuerst müssten Reformen umgesetzt werden.

Auch beim Thema Grexit gibt es unterschiedliche Meinungen. Juncker appellierte an die Eurozone, nicht voreilig auf einen Rauswurf Griechenlands aus dem Euro zu drängen. Der lettische Zentralbank-Chef Ilmars Rimsevics sagte, ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro sei das “realistischste Szenario”. Er sehe “faktisch keine andere Lösung”, sagte er im lettischen Rundfunk.

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