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US-Wirtschaft: Ein durchwachsenes erstes Halbjahr

US-Wirtschaft 2015: Zu hohe Erwartungen? Die größte Volkswirtschaft der Welt hat zu Beginn des Jahres einen Fehlstart hingelegt. Das

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US-Wirtschaft: Ein durchwachsenes erstes Halbjahr

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US-Wirtschaft 2015: Zu hohe Erwartungen?

Die größte Volkswirtschaft der Welt hat zu Beginn des Jahres einen Fehlstart hingelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal aufs Jahr gerechnet lediglich um 0,2 Prozent zu. Der Abschwung von Januar bis Ende März fiel deutlich stärker aus als erwartet.

Viele Experten mussten ihre Erwartungen nach unten korrigieren. Eine Erklärung für die schwachen Zahlen waren die Winterdelle und mehrere Hafenstreiks, doch immer mehr Analysten gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA langfristig auf ungefähr 2 Prozent einpendeln wird.

Die Arbeitslosenquote fiel unterdessen um 0,2 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent. Damit ist sie auf dem niedrigsten Wert seit mehr als sieben Jahren. Die US-Wirtschaft schuf den Angaben aus Washington zufolge 223.000 zusätzliche Stellen, leicht unter den Erwartungen der Experten.

Analyse: “Eine Zinswende im September scheint immer unwahrscheinlicher”

Daleen Hassan, euronews:
“Um die US-Wirtschaftsdaten des ersten Halbjahres besser zu verstehen sprechen wir wie üblich mit Nour el deen al hammoury , Chefmarktstratege bei ADS securities in Abu Dhabi.
Zuerst zum jüngsten US-Jobbericht. Warum war er so entscheidend?”

Nour al Hammoury:
“Der US-Jobbericht enthielt positive und negative Ergebnisse. Die Wirtschaft schuf weniger neue Jobs als erwartet, während die Arbeitslosigkeit zurückging und die Erwerbsquote auch stark fiel. Die wichtigste Information in diesem Bericht war der schwache Lohnanstieg. Experten rechneten mit einer Beschleunigung, stattdessen wurde es das schwächste Plus seit vergangenem Jahr. Die Flaute, von der die Fed spricht ist also nich immer da. Eine Zinswende im September scheint demnach immer unwahrscheinlicher.”

Daleen Hassan, euronews:
“Was sind ihre Vorhersagen für die US-Wirtschaft im zweiten Halbjahr?”

Nour Al Hammoury:
Die Prognosen fallen eher neutral aus, insbesondere nach den Bemerkungen der Fed-Chefin Janet Yellen beim jüngsten Treffen im Juni, als die Fed den Leitzins nicht wie angedeutet anhob. Das wirft natürlich viele Fragen auf.
Ein ansteigender, starker US-Dollar ist schlecht für die US-Wirtschaft und die Ungernehmensgewinne. Letztere sind bereits zurückgegangen und dieser Trend könnte sich noch weiter fortsetzen. Das werden wir in der kommenden Woche erfahren, wenn die Gewinne veröffentlicht werden. Wir warten also auf mehr Informationen bevor wir unseren Ausblick nach oben oder unten korrigieren.”

Börsen im Nahen Osten und Nordafrika weitgehend stabil

Die weltweiten Finanzturbulenzen sind an den Börsen im Nahen Osten und in Nordafrika nicht spurlos vorübergegangen. Auch die Spekulationen über eine Zinswende in den USA hatten Auswirkungen. Doch der Krieg im Jemen beeinflusste die Finanzmärkte der Region am stärksten. Saudi Arabien hatte im ersten Quartal 21 Prozent Kursgewinne, doch dann begann die Talfahrt.

Saudi-Arabien verzeichnete am Ende des ersten Halbjahres einen Kursgewinn von lediglich 9 Prozent, und das obwohl die Börsen nun auch für Anleger aus dem Ausland zugänglich waren.

Die Börse in Ägypten fiel trotz des Optimismus nach der Konferenz in Sharm el-Sheikh auf 6 Prozent. Nach der Einführung einer neuen Steuer auf Kapitalgewinne an der Börse kam es zu Verlusten.

Die Börsen in Dubai und Abu Dhabi blieben stabil. Es gab lediglich einen Einbruch am Anfang des Fastenmonats Ramadan.

Analyse: “Die Unsicherheit im arabischen Raum ist gestiegen”

Daleen hassan, euronews:
“Wie wir bereits erwähnt haben, sind die Märkte im Nahen Osten und in Nordafrika stabil geblieben. Aber die Ergebnisse vom Vorjahr waren dennoch besser, wie erklären Sie das? Und gehen Sie davon aus, dass der ägyptische Markt sich im zweiten Halbjahr erholen wird?”

Nour al Hammoury :
“Für die Weltwirtschaft ging es seit Beginn des Jahres im Vergleich mit dem Vorjahr auf und ab. Durch die Ereignisse der vergangenen sechs Monate ist die Unsicherheit im arabischen Raum gestiegen. Die Märkte gerieten aufgrund der politischen Auswirkungen der Kriege in Syrien, im Irak und im Jemen unter Druck.
Was Ägypten anbelangt, gehen wir davon aus, dass der Markt den aktuellen Einbruch überwinden wird. Wir sollten nicht vergessen, dass die Situation in Ägypten die Anleger dazu gebracht hat, sich zurückzuziehen. Hinzu kam die Steuer auf Kapitalgewinne an der Börse, die zu einem Einsturz der Märkte führte. Doch die jüngste Talfahrt wird als gesund betrachtet, ein Einbruch bevor es wieder nach oben geht.”