Eilmeldung

Eilmeldung

Zehn Jahre nach den Anschlägen: Als der Terror London erreichte

Vor zehn Jahren kam der Terror nach London: Mit einer Schweigeminute erinnern die Briten an die mehr als 50 Opfer. Powerful scenes of London falling

Sie lesen gerade:

Zehn Jahre nach den Anschlägen: Als der Terror London erreichte

Schriftgrösse Aa Aa

Vor zehn Jahren kam der Terror nach London: Mit einer Schweigeminute erinnern die Briten an die mehr als 50 Opfer.

Meinung

Ich habe meine Beine verloren und viele Unschuldige haben ihr Leben verloren. Inwiefern hat das irgendeine Sache weitergebracht?

Vier Islamisten hatten sich am Morgen des 7. Juli im Londoner Bahnhof King’s Cross verabredet. Von dort bestiegen sie verschiedene U-Bahnen und einen Bus. Dann zündeten die Attentäter nacheinander ihre Bomben.

Der Londoner Bürgermeister Boris Johnson und Premierminister David Cameron legten im Hyde Park Kränze nieder. Cameron hielt eine Rede: “An diesem Tag erinnern wir an die Entschlossenheit der Menschen in London und in ganz Großbritannien. Ein Tag an dem wir an die Gefahr erinnern, mit der wir immer noch konfrontiert sind. Aber vor allem ist es ein Tag an dem wir an die Familien der Opfer denken und an das, was sie durchgemacht haben.”

Die Londoner sind auch zu Fuß gegangen, wie damals am 7. Juli als sie teilweise stundenlang laufen mussten, um nach Hause zu kommen, weil der Verkehr zusammengebrochen war. Muslimische, christliche, jüdische Gruppen, Hilfsorganisationen und Politiker riefen unter dem Motto WalkTogether” dazu auf erneut zu gehen.

Bei den Anschlägen wurden mehr als 700 Menschen zum Teil schwer verletzt. Gill Hicks verlor ihre zwei Beine. Ihr Leben verdankt sie dem Polizisten Andrew Maxwell, der sie aus der U-Bahn zog.

Gill war nur wenige Zentimter von dem Attentäter entfernt, als dieser sich in die Luft sprengte. Die Beweggründe der Attentäter sind ihr bis heute ein Rätsel: “Ich habe meine Beine verloren und viele Unschuldige haben ihr Leben verloren. Inwiefern hat das irgendeine Sache weitergebracht? Diese schreckliche Tragödie, die sich vor zehn Jahren in London ereignet hat, hat zu keinem Ergebnis geführt. Ähnlich wie die anderen Anschläge, die sich weltweit ereignen.”

Auf dem Platz Tavistock erinnert eine Gedenktafel an die 13 Menschen, die der Attentäter im Bus mit in den Tod riss. Unter ihnen war auch die 32-jährige Myriam. Ihre Schwester Esther Hyman erinnert sich an jenen Tag als ob es gestern gewesen wäre: “Ich hörte, dass es eine Explosion in einem Bus gegeben hatte. Und ich dachte mir: ‘Oh je, wo wird das noch enden?’ Aber mir war natürlich zu diesem Zeitpunkt nicht klar, dass meine Schwester in diesem Bus war.”

Die Angehörigen der Opfer fanden bei einem Gedenkgottesdienst in der St Pauls Kathedrale ein wenig Trost. Die drei Helfer, die als erstes zur Stelle waren und der Busfahrer trugen vier Kerzen mit den Namen der vier Unglücksorte.