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Ein Jahr nach dem Gazakrieg: Hoffnungslosigkeit und Zerstörung

Ein Jahr nach dem Krieg liegt Gaza in Trümmern. 18.000 Häuser wurden fast vollständig zerstört, mehr als 100.000 Menschen haben kein richtiges Dach über dem Kopf.

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Ein Jahr nach dem Gazakrieg: Hoffnungslosigkeit und Zerstörung

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Ein Jahr nach dem Krieg liegt Gaza in Trümmern. 18.000 Häuser wurden fast vollständig zerstört, mehr als 100.000 Menschen haben kein richtiges Dach über dem Kopf.

Doch die dringend benötigten Baumaterialien kommen nur häppchenweise an. Die Lieferungen werden von Israel blockiert – aus Angst davor, dass sie zu Terrorzwecken missbraucht werden.

Vor einem Jahr, am 8. Juli, begann der Konflikt im Gazastreifen. Als Reaktion auf die Ermordung drei israelischer Jugendlicher und wegen des andauernden Raketenbeschusses der radikalislamischen Hamas leitete Israel die militärischen Operation „Protective Edge“ ein.

Es war der dritte Krieg in Gaza. Die traurige Bilanz: Mehr als 2251 tote Palästinenser, fast zwei Drittel (1426) waren Zivilisten, darunter auch 551 Kinder. Auf israelischer Seite wurden 73 Menschen getötet, davon sechs Zivilisten.

Die Kämpfe zwischen der Hamas und dem israelischen Militär dauerten 50 Tage. Hunderte Raketen flogen vom Gazastreifen aus auf israelisches Gebiet, täglich explodierten israelische Bomben im Küstenstreifen.

Auf beiden Seiten sind die Menschen auch ein Jahr nach diesem Krieg weiter traumatisiert. Viele Probleme, die zu dem Konflikt führten, scheinen noch lange nicht gelöst.

Auf einer Geberkonferenz in Kairo im Oktober 2014 wurden zwar von westlichen und arabischen Staaten rund 5,4 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau zugesagt. Doch davon angekommen ist bisher nur ein Bruchteil.

In Gaza, wo 1,8 Millionen Menschen auf nur 362 km2 verteilt leben, ist die Situation dramatisch, viele Menschenrechtsorganisation versuchen immer wieder darauf aufmerksam zu machen. Die Arbeitslosenquote von 40% ist eine der höchsten weltweit, 60% der Jugendlichen sind arbeitslos.

Jeder zweite hier hat nur einen Traum: Auswandern. Auf politischer Seite hat es auch die lang erwartete Versöhnung von Hamas und Fatah nicht geschafft, etwas an der Lage in Gaza zu ändern.

Sami Abu Zuhri, der Sprecher der Hamas in Gaza gibt sich trotz der dramatischen Lage stark: “Die wirkliche Schlussfolgerung ein Jahr nach dem Gazakrieg, ist, dass es schwer ist, Gaza oder die Hamas zu besiegen. Deswegen versucht die internationale Gemeinde die Waffenruhe hier aufrecht zu erhalten. Wir fühlen uns sicher, der Krieg ist weit von Gaza entfernt.”

Der Vormarsch der Terrormiliz “Islamischer Staat”, der die Legitimität der Hamas bedroht, macht die Sache noch komplizierter.

Israel bevorzugt es, mit einem bekannten Feind zu verhandeln und hat die Gespräche mit der Hamas über einen dauerhaften Waffenstillstand wieder aufgenommen.

Doch die Lage für die Menschen im Gaza scheint hoffnungslos: Sie fühlen sich von allen vergessen und im Stich gelassen.