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Russland blockiert UN-Resolution zu Srebrenica-Massaker

Russland hat eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zum Massaker von Srebrenica blockiert, weil darin der Mord an 8000 Bosniern als “Völkermord”

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Russland hat eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zum Massaker von Srebrenica blockiert, weil darin der Mord an 8000 Bosniern als “Völkermord” gewertet wurde. Wegen Moskaus Vetodrohung war die Abstimmung bereits um einen Tag verschoben worden.

“Diese Resolution im Sicherheitsrat zu verabschieden, wäre kontraproduktiv und würde zu größeren Spannungen in der Region führen”. Russlands UN-Botschafter Witali Tschurkin nannte das Papier zudem “unausgewogen”. Moskau gilt traditionell als Unterstützer Serbiens.

Angola, China, Nigeria und Venezuela enthielten sich bei der Abstimmung über den Resolutionsentwurf. Zehn Staaten stimmten für den Entwurf. Andere UNO-Vetomächte äußerten sich empört, Russland habe gegen eindeutige Fakten Veto eingelegt, so die US-Botschafterin.

Am Samstag jährt sich das Massaker von Srebrenica zum 20. Mal. Etwa 5000 Menschen erinnerten mit einem Gedenkmarsch an die rund 8000 Opfer. Russlands Veto wegen des Begriffs “Völkermord” wurde auch hier verurteilt. Adisada Dudic überlebte das Massaker als damals Sechsjährige: “Hier wurde eindeutig Völkermord begangen. Es war systematischer Mord von tausenden Menschen und die Deportation einer bestimmten ethnischen Gruppe aus einer bestimmten Zone. Das entspricht eindeutig der Definition von Völkermord. Und wenn das nicht durchgesetzt werden kann, dann verstehe ich ehrlich gesagt nicht, wozu es Organisationen wie die Vereinten Nationen überhaupt gibt”.

Serbisches Militär und Paramilitärs hatten in der UNO-Schutzzone Srebrenica im Juli 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet. Internationale Gerichte hatten dieses Massaker als Völkermord klassifiziert.