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Weltgemeinschaft verfehlt selbstgesteckte Entwicklungsziele

Gemischtes Fazit nach Auslaufen der UN-Millenniumsziele. Nachfolgeplan steht in der Kritik.

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Weltgemeinschaft verfehlt selbstgesteckte Entwicklungsziele

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Es war ein ehrgeiziger Plan, den die 191 UN-Mitgliedsstaaten im Jahr 2000 verabschiedeten: die UN-Millenniumsziele, acht Vorhaben, die die Menschheit global voranbringen sollten. Die Ziele konnten verschiedener nicht sein. So verpflichteten sich die Staaten unter anderem, die Zahl der Hungernden zwischen 1990 und 2015 zu halbieren, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu reduzieren und den Verlust natürlicher Ressourcen zu begrenzen.

Meinung

"Es ist so, als würde man jedes Problem unter der Sonne lösen wollen"

Jetzt sind die 15 Jahre vorbei und die Vereinten Nationen zogen Bilanz. Erfolge gab es auf vielen Gebieten, erreicht wurden die Ziele aber nur teilweise. So leben heute tatsächlich um die Hälfte weniger Menschen in absoluter Armut als im Jahr 1990, dieses Ziel wurde sogar schon vorzeitig erreicht. Dafür steigt der Anteil der Kindersterblichkeit in Südasien und in Afrika südlich der Sahara an.

“Der Fortschritt hat nicht alle erreicht”, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. “Zu viele Frauen und Kinder sterben immer noch während der Schwangerschaft oder nach Komplikationen bei der Geburt. Und zu viele Menschen haben keinen Zugang zu vernünftigen Sanitäreinrichtungen, besonders auf dem Land.”

Nicht jedes Ziel scheint erreichbar zu sein. Aber mit einigen scheint es den Staaten auch nicht besonders ernst zu sein. So fielen die Hilfeleistungen für Afrika alleine 2013 um 5,6 Prozent. Auch die Umweltzerstörung wurde durch die UN-Ziele nicht aufgehalten. Die CO2-Emissionen stiegen weiter, und auch der Schutz der gerade für arme Menschen wichtigen Wälder ist in vielen Teilen der Welt noch nicht gelungen.

Neue Ziele für 2030

Das teilweise Scheitern der Millenniumsziele hält die internationale Staatengemeinschaft nicht davon ab, ein neues Paket mit Zielen für 2030 zu beschließen. Unter den 17 Zielen der “Post-2015 Sustainable Development Agenda” sind radikale Forderungen: ein Ende der Armut auf der ganzen Welt, ein Ende des Hungers, aber auch Geschlechtergleichstellung und dringende Maßnahmen gegen den Klimawandel.

“Die anhaltenden Erfolge zeigen, dass extreme Armut innerhalb der nächsten Generation ausgelöscht werden kann”, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Nicht jeder ist so optimistisch. Kritiker wie der indische Wirtschaftswissenschaftler Bibek Debroy befürchten, die Staaten würden sich mit der Menge der Ziele für 2030 überfordern: “Es ist so, als würde man nach einer allumfassenden Theorie suchen und jedes Problem unter der Sonne lösen wollen”, sagte Debroy auf einer Konferenz der Vereinten Nationen. Schon im September will die internationale Staatengemeinschaft die neuen Entwicklungsziele beschließen.

Was wurde erreicht? Übersicht über die UN-Millenniumsziele

Zusammenfassung des abschließenden Berichts der Vereinten Nationen