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Syrische Flüchtlingskrise verschlimmert sich weiter: mehr als 4 Millionen sind auf der Flucht

Das Leiden in Syrien kennt kein Ende. Immer mehr Menschen fliehen vor der Gewalt- besonders in die Nachbarländer.

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Syrische Flüchtlingskrise verschlimmert sich weiter: mehr als 4 Millionen sind auf der Flucht

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Das Leiden in Syrien kennt kein Ende. Immer mehr Menschen fliehen vor der Gewalt- besonders in die Nachbarländer. Hier erwartet die Menschen oft ein Leben in Armut.
Mehr als vier Millionen syrische Kriegsflüchtlinge gibt es bereits, eine Millionen mehr als noch vor 10 Monaten, so das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR).

Diese gut vier Millionen Flüchtlinge (4.013.000) haben einen offiziellen Flüchtlingsstatus, die tatsächliche Zahl dürfte noch weitaus höher liegen.
Der Großteil von ihnen ist in der Türkei (1.805.255), mehr als eine Millionen (1.172.753) sind im Libanon und gut 600.000 (629.128) in Jordanien. Der Rest der syrischen Flüchtlinge hat im Irak, aber auch in Ägypten und in anderen Ländern Nordafrikas Unterschlupf gesucht.

Türkei: das Land mit den meisten Flüchtlingen

Die Türkei ist damit das Land, das die meisten Flüchtlinge aus seinem vom Bürgerkrieg heimgesuchten Nachbarland aufgenommen hat. Doch nur 278.000 der insgesamt 1,8 Millionen Syrer wohnen in einem der 25 Flüchtlingslager, wie diesem in Öncüpinar bei Kilis, direkt an der türkischen Grenze zu Syrien.

In der Nähe wird gerade ein weiteres Lager für 55.000 weitere Flüchtlinge gebaut.Denn durch den Vormarsch der Terrormiliz “Islamischer Staat” wird in der Region eine weitere Flüchtligswelle erwartet.

Libanon: jeder vierte Mensch ein Flüchtling

Im Libanon ist jeder vierte Mensch ein Flüchtling: die meisten von ihnen kommen aus Syrien, auf 5 Millionen Einwohner kommen 1,2 Millionen Syrer. 55 % von ihnen leben in minderwärtigen Unterkünften. Um den Strom von Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien weiter einzudämmen, führte das Land eine Visumpflicht für Menschen aus dem Nachbarland ein.

Jordanien: eine große Armut

An dritter Stelle kommt Jordanien: mehr als 600.000 Syrer sind hierher geflohen. Laut dem UN-Flüchtlingshilfswerk leben 88% von Ihnen mit weniger als 3€ am Tag. Das UNHCR prangert außerdem einige mit der anwachsenden Armut zusammenhängende Probleme an, darunter Kinderarbeit und die Zwangsheiraten von Minderjährigen.

Zu wenig internationale Hilfe

Zu den vier Millionen aus Syrien geflohenen Menschen kommen im fünften Jahr des Bürgerkrieges auch 7,6 Milionen Vertriebene im eigenen Land. Das UNHCR schätzt den Bedarf an Finanzmitteln für die humanitäre Hilfe in der Krise auf fünf Milliarden Dollar (4,54 Mrd. Euro) allein in diesem Jahr, darunter die Zuwendungen für die Aufnahmeländer. Bis Juni sei jedoch lediglich knapp ein Viertel der Summe zusammengekommen.

Europa: Schweden nimmt die meisten Flüchtlinge auf

Nur ein Bruchteil des Flüchtlingsstroms erreicht Europa: die EU-Mitgliedsländer haben bisher 270.000 Syrer aufgenommen. Spitzenreiter im Verhältnis zur Bevölkerung ist dabei Schweden, das Land das auch unter Flüchtlingen den besten Ruf hat. Hier leben die meisten der syrischen Flüchtlinge außerhalb des arabischen Raumes. Die EU hat sich jetzt darauf geeinigt insgesamt 60.000 Flüchtlinge aufzunehmen, davon mindestens 40.000 aus Syrien und Eritrea.