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Beten in Athen

Während die griechische Delegation in Brüssel am Sonntag gegen schwindendes Vertrauen bei den Gläubigern anverhandelte, blieb einigen sparenden

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Während die griechische Delegation in Brüssel am Sonntag gegen schwindendes Vertrauen bei den Gläubigern anverhandelte, blieb einigen sparenden griechischen Bürgern am Sonntag nicht viel anderes übrig, als in die Kirche zu gehen.

Man bereite sich innerlich auf schlechtere Zeiten vor, so einer von ihnen, der Historiker Kostas Stamatopulos: “Wir haben hier diese Redewendung, die lautet: ‘Er ging hinaus um Haare zu kaufen und kam mit rasiertem Kopf zurück.’ Und so wird das unterm Strich sein. Das Einzige, das wir dann erreicht haben werden, ist, dass die Menschen mit noch härteren Maßnahmen belasten sind, als vorher nötig gewesen wäre. Aber eine Einigung ist trotzdem besser als keine Einigung.”

Zwar wird in Brüssel derzeit über kreative Maßnahmen zur Verringerung der griechischen Schuldenlast nachgedacht – aber möglicherweise nur im Gegenzug für handfeste Beweise, dass Athen die geforderten harten Maßnahmen auch umsetzt.

Ein deutscher Tourist, der sich am Sonntag die Wachablösung vor dem Parlament in Athen ansah, sagte: “Ich denke, dass der Vertrauensverlust sehr groß ist bei der deutschen Regierung und auch bei den anderen europäischen Partnern. Das heißt, man wird das ein bisschen in die Länge ziehen und jetzt nicht sofort sagen ‘Ja, OK’.”

Ein französischer Besucher meinte: “Es ist jetzt unmöglich für sie, das zurückzuzahlen. Man muss bedenken, dass der Durchschnittslohn in der Zwischenzeit von 700 auf 450 Euro gefallen ist. Es ist unmöglich für eine Bevölkerung von zehn Millionen, damit einen derartigen Betrag zurückzuzahlen.”