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Die Güterzüge holen auf

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Auf diesem Gelände in Rumänien testen Ingenieure eines europäischen Forschungsprojekts ihren verbesserten Güterwagen. Er ist schneller und kann mehr

Auf diesem Gelände in Rumänien testen Ingenieure eines europäischen Forschungsprojekts ihren verbesserten Güterwagen. Er ist schneller und kann mehr Last transportieren. Alles wird geprüft, vor allem der Bremsweg.

Meinung

Der Güterwagen ist sehr viel leichter als die herkömmlichen Modelle

Eisenbahningenieur Marius-Ovidiu Ene für das rumänische Unternehmen AFER. Er erklärt:
“Der Bremsweg-Test ist sehr wichtig, ein Bahnfahrzeug sollte einen nicht allzu langen Bremsweg haben, denn ansonsten kann es zu einem Unfall kommen, und es gibt noch weitere Sicherheitsrisiken.”

Dank mehrerer Innovationen ist dieser Güterwagen leichter und weniger belastend für die Schienen. Die Ingenieure können mit Hilfe von Sensoren den Güterzug während seiner Reise überwachen.

Cristian Ulianov ist Eisenbahnforscher an der Universität von Newcastle. Er zeigt uns was diese Güterwagen so besonders macht: “Die wichtigste Innovation bei diesem Güterwagen ist seine Struktur. Er ist sehr viel leichter als die herkömmlichen Modelle. Für die Hauptteile wie diese Balken in der Mitte haben wir hochfesten Stahl verwendet und auch kaltgwalzte Profile wie diese hier.”

Den Forschern zufolge ist die Bahn eher konservativ und misstrauisch gegenüber Innovationen. Aus diesem Grund hat dieses Europäische Projekt Technologien entwickelt, die einfach zu gebrauchen sind.

Simon Iwnicki, Eisenbahningneieur Professor an der Universität von Huddersfield, sagt:
“Wir nehmen Innovationen, die in anderen Industrien genutzt werden, und wir fügen sie zusammen, um mehr Schnelligkeit und weniger Belastung für die Schienen zu erreichen. Wir achten darauf, dass die Innovationen nicht zu modern sind, damit die Bahn sie auch übernimmt.”

Die Forscher wollen auch sichergehen, dass die schnelleren Güterzüge keine zusätzliche Lärmbelastung für die Menschen, die in der Nähe wohnen, darstellen. Es werden also Messungen duchgeführt.

Alexandru Pătraşcu arbeitet auch für AFER. Er erklärt: “Es gibt mehrere Methoden, um die Geräuschbelästigung zu verringern. In den Zügen und auf den Schienen können wir schalldämpfende Materialien nutzen, um die Vibrationen des fahrenden Zugs zu senken.”

Um die Vibrationen zu untersuchen haben die Wissenschaftler billige Gyroskope und Beschleunigungsmesser entwickelt. Wenn man die Schäden auf den Schienen misst, kann man Unfälle verhindern und die Erhaltungskosten niedrig halten.

Francis James Franklin von der Universität Newcastle ist immer einsatzbereit: “Wenn jemand mir sagt, dass es ein Problem auf einem Streckenabschnitt gibt, dann gehe ich dorthin und bringe bis zu 50 Sensoren an, hier, hier und hier. Die Sensoren sind billig, ich kann es mir also leisten. Und man kann sie sehr schnell und einfach anbringen. Am Ende analysieren wir die gesammelten Informationen, um dem Problem auf die Spur zu kommen.”

Verlässlichere und vor allem schnellere Güterzüge, die Geschwindigkeiten von bis bis 140 Kilometer pro Stunde erreichen – die Forscher hoffen, dass sie so konkurrenzfähiger werden. Donato Zangani, der Koordinator des SUSTRAIL Projekts betont: “Nachhaltigkeit ist das Schlüsselwort des Projekts. Es geht darum, Lösungen zu finden, die auf lange Sicht umweltverträglich sowie sozial und wirtschaftlich nachhaltig sind. Auf diese Weise wird sich der Güterverkehr auf den Schienen gegenüber der Konkurrenz duchsetzen können.”

Der Transport auf den Schienen ist billiger und umweltfreundlicher als der Transport auf den Straßen. Und bald wird er auch in punkto Geschwindigkeit mithalten können.