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Griechenland hustet, seine Banken haben Lungenentzündung

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Griechenland hustet, seine Banken haben Lungenentzündung

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Die Europäische Zentralbank (EZB) finanziert die angeschlagenen griechischen Banken weiter, lässt die Notkredite aber eingefroren. Denn die enormen Probleme der Finanzinstitute sind noch lange nicht gelöst.

Zur Zeit sind 89 Milliarden Euro Notfall-Liquiditätshilfe (Emergency Liquidity Assistance ELA) verfügbar. Nach enormen Bargeldabflüssen dürften die Geldhäuser bis zu 14 Milliarden Euro zusätzlich brauchen – schätzt ein griechischer Banker (Reuters) – bevor sie nach mindestens zwei Wochen Zwangspause wieder öffnen können.

Und das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange, meint Mike Ingram, Marktkommentator, BGC Partners, London:

‘‘Die griechischen Banken sind jetzt zwei Wochen verrammelt. Sie müssen rekapitalisiert werden, das ist sicher. …. Es muss eine Bad Bank geben. Wie das gehen soll? ….. Natürlich nur mit der Großzügigkeit der EZB. ‘’

Die ELA-Hilfe der EZB bleibt laut einem
Pressebericht (“Handelsblatt” Online) mindestens bis Donnerstag auf dem aktuellen Niveau eingefroren. Das habe der EZB-Rat in einer Telefonkonferenz beschlossen.

Seit dem griechischen Referendum über zusätzliche Sparmaßnahmen waren die ELA-Hilfen nicht mehr angehoben worden. Griechenland musste
daraufhin seine Banken bis auf Weiteres schließen und
Kapitalverkehrskontrollen einführen. Auch nach der Einigung auf neue Finanzhilfen sehen Experten keine schnelle Öffnung der Banken oder ein Ende der Kapitalkontrollen.

Seit Monaten sind die Banken des hoch verschuldeten Landes auf ELA-Kredite angewiesen, weil sie von der herkömmlichen Refinanzierung über die EZB abgeschnitten sind.

su mit dpa