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Griechenland vor einem langen, steinigen Weg: "Grexit wäre eine Katastrophe"

Die Griechen sind sich dessen bewusst, dass weitere Opfer von ihnen erwartet werden. Unser Reporter berichtet aus dem Athener Stadtteil Chalandri, wo wohlhabendere Griechen leben.

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Griechenland vor einem langen, steinigen Weg: "Grexit wäre eine Katastrophe"

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Die Marathonverhandlungen in Brüssel geben wenig Anlass für Optimismus.Im Athener Stadtteil Chalandri leben reichere Griechen. Viele hier haben beim Referendum gegen die Empfehlung der linken Regierung mit JA gestimmt.

Meinung

Ein Grexit wäre eine Katastrophe für uns.

Ein junger Mann in einem Café verfolgt die Verhandlungen in Brüssel im Fernsehen. Er sagt: “Wir beobachten die Entwicklungen, und wir machen uns Sorgen um die Zukunft. Ich glaube, wir sollten in der Eurozone bleiben, um eine bessere Zukunft zu haben. Ein Grexit wäre eine Katastrophe für uns.”

Eine junge Frau beschreibt, dass inzwischen zuvor Unvorstellbares stattfindet: “In den vergangenen vierzehn Tagen ist es immer schlimmer geworden. Ich glaube, Griechen können sich ihr Land gar nicht vorstellen außerhalb der Eurozone und der EU. Wir hoffen, dass alles besser wird.”

In einer Kneipe in einem anderen Stadtteil spricht ein Mann von seiner Verzweiflung. “Wir haben kein Leben mehr. Ich habe kein Geld, um meine Miete zu bezahlen oder die Stromrechnung. So etwas hätte ich mir nie vorstellen können, dass mir so etwas passieren würde, aber ich hoffe, dass sich etwas ändert.”

Was genau die Verhandlungen in Brüssel für die Menschen in Griechenland bedeuten werden, das kann dieser Tage niemand wirklich vorhersagen.

Unser Korrespondent Michalis Arampatzoglou fasst die Stimmung unter den Griechen zusammen. “Bei all der Unsicherheit in Griechenland steht nur fest, dass die Menschen mehr Opfer werden bringen müssen. Viele sehen ihre Zukunft sehr skeptisch und alle wissen, dass der Weg bis zur Wiederbelebung der Wirtschaft lang und steinig wird.”