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Biologisch abbaubar: Biokunststoff aus Sardinien

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Biologisch abbaubar: Biokunststoff aus Sardinien

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Jedes Jahr werden weltweit 275 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert. Das ergibt eine Studie der Universität von Georgia. 32 Millionen Tonnen davon

Jedes Jahr werden weltweit 275 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert. Das ergibt eine Studie der Universität von Georgia. 32 Millionen Tonnen davon werden an den Küsten angeschwemmt, 8 Tonnen verschmutzen die Ozeane. Ein großes Problem für die Umwelt.

Meinung

Wir nehmen der Landwirtschaft keine Fläche weg, wir versuchen dem Land den Wert zu geben, den es in der Landwirtschaft verloren hat.

Euronewsreporter Claudio Rocco: “Ein mögliche Lösung könnte diese Pflanze sein: die Kardone. Hier im Norden Sardiniens wird die Kardone angebaut. Ihr Öl wird für die Herstellung von Bioplastik gebraucht.”

Im Rahmen des europäischen Projekts “FIRST2RUN” haben sich die Unternehmen Novamonz und Versalis zusammengetan. Sie produzieren unter dem Namen Matrìca Plastikprodukte, die biologisch abbaubar und recycelbar sind und zu Dünger werden. Dafür wird das Öl aus den Samen der Kardonen extrahiert und mit Sonnenblumenöl gemischt. Nichts wird verschwendet: Die Blätter und Stile werden verbrannt, um Energie für die Fabrik zu erzeugen.

Euronews-Reporter Claudio Rocco fragt: “Stehlen diese Kardonen-Plantagen der Landwirtschaft nicht die Flächen?” Michele Falce ist verantwortlich für den Landwirtschaftssektor bei Novamont und meint: “Nein, wir nehmen der Landwirtschaft keine Fläche weg, wir versuchen dem Land den Wert zu geben, den es in der Landwirtschaft verloren hat. In dieser Gegend gab es in den vergangenen 30 Jahren rund 60.000 Hektar verlassenes Land. Hier wollen wir wenige Prozent, 3 oder 4 Prozent der Flächen mit der Kraft der Kardone wiederherstellen. Sie ist perfekt geeignet ist für die mediterrane Umgebung. Sie muss nicht bewässert werden, sondern nutzt das Wasser, das vom Himmel fällt.”

Die Bioplastik-Fabrik wurde auf einem alten, verlassen Fabrikgelände errichtet. Maschinen für die Säuredestillation arbeiten mit voller Kraft, um den Bioplastik herzustellen. Hier gibt es keine chemischen Lösungsmittel – alle Produkte sind schadstoffrei und umweltfreundlich.

Vier Reaktoren sind verantwortlich dafür, dass aus dem Öl Bioplastik entstehen kann. Das Öl wird in den ersten Reaktor gegossen, die Säure kommt aus dem vierten – bereit zu Bioplastik verarbeitet zu werden. Die Vorgänge werden aus einem Kontrollraum gesteuert. Von dort aus sichern die Techniker die korrekte Funktion der Maschinen, so zum Beispiel der Ventile. Auch der Druck innerhalb der Rohre wird geregelt.

In einem Labor analysieren die Forscher die Qualität der Öle und die der Endprodukte. Ständig werden neue Produktionsmethoden entwickelt. Entwicklungschef Luigi Capuzzi erklärt: “Das Pflanzenöl ohne toxische Gase wie Ozon umzuwandeln ist ein komplett neuer, einzigartiger Prozess. Wir erhalten eine Säure, die das grundlegende Rohmaterial für Bioplastik ist, der zum Beispiel für Einkaufstüten verwendet wird. Und wir erhalten eine andere Säure, die als Bio-Herbizid verwendet werden und viel toxischere Moleküle ersetzen kann – sie kann auch für Bioschmierstoffe oder palmölfreie Kosmetika verwendet werden oder sogar in Reifen, um giftige und krebserregende Minieralöle zu ersetzen.”

Unter den Bioprodukten aus Sardinien ist auch ein schadstofffreier Bioschmierstoff für Schiffe, der sich im Meer auflöst. Ein großer Schritt für die Umwelt: Allein in Europa gelangen jedes Jahr rund 3 Mllionen Tonnen Schmieröl aus Bezin ins Meer. Derzeit ist die Herstellung des Biokunststoffs noch teuer als die normale Herstellung – doch die Folgekosten für die Entsorgung der Produkte aus Sardinien gehen gegen null.