Eilmeldung

Eilmeldung

Griechenland zahlt....und zahlt nicht

Sie lesen gerade:

Griechenland zahlt....und zahlt nicht

Schriftgrösse Aa Aa

Griechenland hat eine am Dienstag fällig werdende Samurai-Anleihe zurückgezahlt, die es vor zwanzig Jahren aufgenommen hatte. Das bestätigte in Tokio die Mizuho Bank, die für in- und ausländische Investoren die in Yen denominierte Anleihe verwaltet. Fällig waren noch etwa 86 Millionen Euro. Ursprünglich hatte Griechenland knapp 150 Millionen Euro (20 Milliarden Yen) aufgenommen. Bei einem Teil-Schuldenerlass hatten die privaten Geldgeber schon fast auf die Hälfte verzichtet.

Eine am Montag fällige Kreditrate in Höhe von 456 Millionen Euro an den Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte Griechenland dagegen nicht beglichen.

Damit summiere sich der Zahlungsrückstand auf rund 2,0 Milliarden Euro, so der IWF .

In Griechenlands weiterem Schuldenkalender stehen am 17. Juli die Rückzahlungen von 1 Milliarde Euro kurzfristiger Schuldpapiere und am 20. Juli von fast 3,5 Milliarden Euro an die Europäische Zentralbank und die Europäische Investitionsbank an.

Trotz der vergleichsweise kleinen Summe hätte eine Nicht-Begleichung der Samurai-Anleihe Griechenland formal in den “Default” (Verzug) geführt, mit allen Konsequenzen für die Einstufung der Kreditwürdigkeit durch Ratingagenturen und für andere ausstehende Schuldverträge. Beim IWF, einer Art Kreditgenossenschaft der Mitgliedsländer, kann Griechenland für längere Zeit „anschreiben“ lassen, bevor es ernsthaft sanktioniert wird.

Die Euro-Staaten hatten Griechenland am Montag nach stundenlangen Verhandlungen einen Ausweg aus der Schuldenkrise und die Aussicht auf neue Kredite über 74 Milliarden Euro eröffnet, falls das Land bis Mittwoch weitreichende Wirtschaftsreformen auf den Weg bringt.

su mit Reuters