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Der aufregende Flug zum Pluto: Und das Beste kommt erst noch

Die amerikanische Raumsonde “New Horizons”, “Neue Horizonte”, hat nach fast zehn Jahren und fünf Milliarden Kilometern ihr Ziel erreicht – in

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Der aufregende Flug zum Pluto: Und das Beste kommt erst noch

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Die amerikanische Raumsonde “New Horizons”, “Neue Horizonte”, hat nach fast zehn Jahren und fünf Milliarden Kilometern ihr Ziel erreicht – in nächster Entfernung an Pluto vorbeizufliegen, dem Zwergplaneten am Rande unseres Sonnensystems.

Bilder und Messungen von diesem Vorbeiflug müssen erst noch zur Erde überspielt werden; immerhin gibt es aus den letzten Tagen schon Bilder vom Anflug – auch zusammen mit Plutos größtem Mond Charon -, wenn auch aus viel größerer Entfernung.


Diese Bilder zeigen Pluto zumeist noch aus mehreren Millionen Kilometern Entfernung; der eigentliche Vorbeiflug führte die Sonde nun aber viel näher heran, auf gut zwölftausend Kilometer.

Dreizehn Stunden später schickte “New Horizons” pünktlich die ersehnte Bestätigung in das Flugleitzentrum an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, dass alles geglückt war.

Fast alle Daten, die bei dem Vorbeiflug gesammelt wurde, sind noch an Bord der Sonde: Es wird nun sage und schreibe sechzehn Monate dauern, sie zur Erde zu überspielen. Viereinhalb Stunden sind sie jeweils auf dieser Reise zurück durch das Sonnensystem unterwegs.

Was bisher schon bekannt wurde, reicht aber aus, um den Wissenschaftlern reichlich Stoff für ihre Forschungen zu liefern. Was sie bisher Näheres wussten, stammte vor allem aus Bildern des Weltraumteleskops “Hubble”.

So ist jetzt offensichtlich, dass Pluto nicht nur so etwas wie ein kleiner Eisklumpen ist, sondern dass auf seiner Oberfläche geologische Prozesse ablaufen.

Neben der Geologie spielten auch atmosphärisch bedingte Klimaverhältnisse eine Rolle, sagte Alan Stern, der Chefwissenschaftler der Mission. So falle auf Pluto offenbar Stickstoff- und Methanschnee.

Rein äußerlich sorgt eine helle, glatte Fläche auf Pluto für Aufsehen, die etwa die Form eines Herzens hat – eines Herzens von gut anderthalbtausend Kilometer Durchmesser.


Dass die Oberfläche in diesem Gebiet so glatt ist, deutet bisher darauf hin, dass sie verhältnismäßig jung ist – Pluto damit also eine längere geologische Geschichte hat.

Im Gegensatz dazu zeigen andere Gebiete jede Menge Einschlagkrater; diese Gebiete sind somit sehr alt, möglicherweise Milliarden von Jahren. Manche scheinen teilweise zerstört zu sein, vielleicht durch Erosion.

Hier – wie für vieles andere, was zu klären ist – warten die Forscher auf die viel schärferen Bilder und auf diverse Messungen vom Vorbeiflug.

Das “New Horizons”-Team habe Geschichte geschrieben, sagt John Grunsfeld, Chefwissenschaftler der Raumfahrtbehörde NASA: Die eigentliche Arbeit beginne jetzt aber erst.

“Noch haben wir gar nichts gesehen”, so Grunsfeld weiter, “das war erst der Anfang.”

Pluto wurde 1930 entdeckt, nachdem seine Existenz schon vorhergesagt worden war, auf Grund von Schwankungen in der Umlaufbahn von Neptun, dem Planeten davor.

Bis vor wenigen Jahren galt er als neunter Planet unseres Sonnensystems, obwohl er nicht einmal so groß ist wie unser Mond.

Auf seiner Bahn braucht er 248 Jahre, um einmal die Sonne zu umkreisen. Diese Bahn ist zum einen stark geneigt, zum anderen auch stark elliptisch: An ihrem nächsten Punkt zur Sonne liegt sie innerhalb der Neptunbahn.


2006 wurde Pluto nun aber als Zwergplanet neu eingestuft: Wegen seiner Größe, und weil es in der Gegend noch ähnliche Objekte wie ihn gibt – der Zwergplanet Eris etwa ist durchaus vergleichbar.

Diese Gegend ist der Kuipergürtel zwischen Neptun und Pluto, in dem viele Himmelskörper kreisen – möglicherweise Zeugen der Zeit, als vor über viereinhalb Milliarden Jahren das Sonnensystem entstand.

Diesen Gürtel wird “New Horizons” nach ihrer Begegnung mit Pluto nun noch weiter erkunden. Die genauen Ziele für diese Weiterreise werden demnächst festgelegt.