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Iran und Saudi-Arabien: Rivalen am Golf

Nach der Einigung über das iranische Atomprogramm bemühten sich die Verhandlungspartner zügig darum, den 14. Juli 2015 als einen “historischen Tag”

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Iran und Saudi-Arabien: Rivalen am Golf

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Nach der Einigung über das iranische Atomprogramm bemühten sich die Verhandlungspartner zügig darum, den 14. Juli 2015 als einen “historischen Tag” einzuordnen. Ergebnisse und Folgen der Übereinkunft werden vor allem in der Islamischen Republik zu spüren sein. Welche Auswirkungen könnte es darüber hinaus geben?

“Die Einigung hilft, das Risiko der Ausbreitung von Atomwaffen einzudämmen”, meint Jon B. Alterman, ein Analyst vom Zentrum für strategische und internationale Studien in Washington. “Doch es muss nicht unbedingt positive Auswirkungen auf den Jemen, Libanon oder Syrien haben”, so Alterman.

Saudi-Arabien teilte mit, man habe immer an die Bedeutung einer Einigung über das iranische Atomprogramm geglaubt. Gleichzeitig erklärten die Saudis, der Iran solle lieber die Entwicklung im eigenen Land vorantreiben, als “diese Ressourcen nutzen, um die Region zu destabilisieren”.

Der schiitisch geprägte Iran und das sunnitische Saudi-Arabien sind die großen Gegenspieler im Nahen Osten – wie sich auch im Jemen zeigt: Die saudische Luftwaffe fliegt Angriffe gegen die schiitischen Rebellen und wirft Teheran vor, die Huthi-Kämpfer militärisch zu unterstützen.

Der Iran übt scharfe Kritik am saudischen Eingreifen im Jemen, die Saudis wiederum fürchten den iranischen Einfluss in der Region und die Verbindung zwischen Teheran und dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Obwohl Saudi-Arabien und die Türkei auf Seiten der Rebellen stünden, lasse er sich nicht bezwingen, sagt Assad. Ohne iranische Hilfe sei das aber nicht möglich, so der syrische Präsident.

Im Irak soll der Iran Kampfgruppen unterstützen, die die Miliz Islamischer Staat zurückdrängen wollen und ist in dieser Hinsicht ein indirekter Verbündeter der Amerikaner.

Die Frage muss erneut gestellt werden: Hat die Atomeinigung also eine Auswirkung auf dieses geopolitische Puzzle oder kann es dieses gar entkomplizieren?

Und dann ist da auch noch Israel, der Erzfeind Teherans. Im September 2012 forderte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, dem iranischen Atomprogramm eine “rote Linie” zu setzen. Nach der jüngsten Einigung erneuerte Netanjahu seine deutliche Kritik und sprach von einen ‘historischen Fehler’.