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Brennende Möbel bei Protesten gegen Flüchtlingsheime in Italien

In Italien ist es zu Protesten gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gekommen. Im norditalienischen Quinto, nahe Treviso, verbrannten Anwohner

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Brennende Möbel bei Protesten gegen Flüchtlingsheime in Italien

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In Italien ist es zu Protesten gegen die Unterbringung von Flüchtlingen gekommen. Im norditalienischen Quinto, nahe Treviso, verbrannten Anwohner Möbel, die für rund 100 Migranten gesammelt worden waren. Aus Protest waren Bewohner eines Gebäudes in dem Flüchtlinge untergebracht waren, in Zelte gezogen. Als “Invasion” bezeichneten sie deren Ankunft. Die Behörden reagierten auf den Widerstand und siedelten die Asylsuchenden um.

“Es tut mir leid aber ich sehe nicht ein, noch 28 Jahre lang meinen Kredit abzuzahlen, damit meine Kinder in einem Flüchtlingslager aufwachsen. Da stimmt doch was nicht!”, ärgert sich eine junge Frau. In der Region regiert die Anti-Einwanderungspartei Lega Nord, die viel Zuspruch in der Bevölkerung hat. Die Menschen wehren sich gegen den Plan der Regierung, Migranten auf Unterbringungen im Land zu verteilen.

Auch in der Hauptstadt Rom protestierten Einwohner einer Vorstadt gegen die geplante Ankunft von Flüchtlingen. Rechtsextreme Gruppierungen mischten sich unter die Demonstranten in Casale San Nicola. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, dabei wurden 14 Beamte verletzt. Simone Di Stefano von der rechtsextremen Gruppe CasaPound kritisierte: “Unsere Regierung bringt diese Menschen hierher mit Gewalt. Keiner dieser 19 falschen Flüchtlinge stammt aus Eritrea oder Syrien – die einzigen Nationalitäten, die akzeptiert werden dürften. Sie kommen aus Nordafrika, dem Senegal oder dem Kongo”.

80.000 Flüchtlinge, die über das Mittelmeer gekommen sind, halten sich gegenwärtig in Italien auf. Die Regierungen will die Hilfesuchenden nun auf die Regionen verteilten. Die EU-Mitgliedsländer hatten sich Ende Juni gegen eine Quotenverteilung innerhalb der EU entschieden.