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Ebay und PayPal entflechten sich

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Ebay und PayPal entflechten sich

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Ebay spaltet den Bezahldienst Paypal von seiner Handelsplattform mit der Auktions- und Handels-Website ab. Für jeden Ebay-Anteilsschein erhalten die Aktionäre einen am rasch wachsenden Bezahlservice. Bis zu 55 Milliarden Euro könnte der Dienst wert sein, meinen Analysten. Ab kommendem Montag sollen Ebay und Paypal als eigenständige Unternehmen an der Börse notiert werden.

Das Kalkül hinter der Aufspaltung: die beiden Unternehmensteile könnten als getrennte börsennotierte Unternehmen den
bisherigen Aktionären mehr Wert bringen und auch schneller wachsen. So könnte Paypal stärker auch mit Rivalen von Ebay ins Geschäft kommen. Zugleich gilt der Bezahlservice angesichts seines
starken Wachstums auch als mögliches Übernahmeziel für große
Konkurrenten wie etwa die chinesische Handelsplattform Alibaba.

Da geht ein ungleiches Paar auf Abstand, meint Analyst Scott Kessler, S & P Capital IQ, in New York:

“Bei näherer Betrachtung steht eBay plötzlich als viel weniger dynamisches Unternehmen da. Ich meine, so mancher entwickelt ein größeres Interesse an PayPal als börsennotierte Gesellschaft, als an eBay.”

Paypal war schon länger der Wachstumstreiber im Ebay-Konzern, auch im vergangenen Quartal. Die Nettoerlöse des Bezahldienstes wuchsen um 16 Prozent auf 2 Milliarden Euro. Das Geschäft mit den Handelsplattformen schrumpfte dagegen um drei Prozent auf gut 1,9 Milliarden Euro.

Vor der Trennung hatte Ebay das Geschäft mit Unternehmen an Finanzinvestoren verkauft. Der Preis löste eine hohe Abschreibung aus und ließ den Quartalsgewinn zusammenschmelzen.

Als Ebay 2002 PayPal kaufte, war die Auktionsplattform eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt.

Knapp 20 Jahre nach seiner Gründung ist Ebay auf Schrumpfkurs.

Bei 4 Milliarden Euro Umsatz im zweiten Quartal ist der Gewinn auf 76 Millionen Euro Gewinn zurückgegangen – im Vierteljahr zuvor waren es immerhin noch 622 Millionen.

Schon im Januar hatte das Unternehmen erklärt, dass man 2.400 – von 34,600 (2014) – Stellen streichen werde.

Während Amazon und neue Marktplattformen wie Etsy den Handel im Netz dominieren, gilt die Plattform für Online-Auktionen seit einiger Zeit als abgehängt.

su mit dpa, Reuters