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"Goldene Visa" - Europas Wettbewerb um reiche Migranten

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"Goldene Visa" - Europas Wettbewerb um reiche Migranten

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Vor zwei Jahren hat Spanien ein Gesetz verabschiedet, das es nicht-europäische Anlegern anlocken soll – und ihr Geld. Und einen Wettbewerb gestartet um Migranten mit dicken Brieftaschen oder zukunftsträchtigen Ideen.

2008 war in Spanien eine Immobilienblase geplatzt und hatte den Rest der Wirtschaft mit nach unten gerissen – die Immobilienpreise sackten in den folgenden Jahren um mehr als ein Drittel.

Spanische Staatssekretärin für Immigration, Marina del Corral Téllez:

“Wir helfen allen, die kommen und in Spanien investieren, Arbeitsplätze schaffen – das wollen auf jeden Fall, also erleichtern wir alle, was die Verwaltung angeht.”

Das «Unternehmer-Gesetz» (Ley de Emprendedores) – sieht zum Beispiel fünf Aufenthaltsgenehmigungen für Anleger vor, die eine Immobilie für mindestens 500.000 Euro kaufen. Auch potentielle Unternehmensgründer, hoch qualifizierte Fachkräfte; Forscher, Wissenschaftler und Lehrer werden bedacht. Selbst wer für zwei Millionen Euro öffentliche Schulden kauft, dem winkt eine Aufenthaltserlaubnis in Spanien.

Laut Arbeitsministerium sind mehr als 850 ausländische Investoren – die meisten von ihnen Russen (38,5%) Chinesen (31,7%) und Ukrainer (3,3%) – so zu einem spanischen Wohnsitz gekommen – mehr als drei Viertel durch Kauf einer Immobilie.

In letzter Zeit verschiebe sich die Demographie in den Nahen Osten, nach Asien und die USA, so Alex Vaughan, mit seiner Agentur Lucas Fox in Barcelona spezialisiert auf Luxusimmobilien. Der schwache Euro ziehe die einen an, der Zusammenbruch des Rubels und Kapitalverkehrskontrollen hielten die anderen ab.

“Und die Amerikaner sind zurück”, sagt Francisco Nathurmal, Gründer von Bcn Advisors, Barcelona. “Und die Schweizer. Der Franken ist echt gestiegen. Sie kaufen, als gäbe es kein Morgen. “

Belén Bianchi, Tochter spanischer Einwanderer in der Schweiz, schafft Kontakte für potentielle Immigranten:

“Das sogenannte “Goldene-Visa-Gesetz” hat mich auf die Idee gebracht, eine Firma in Spanien zu gründen (House Invest Spain). Es gibt Interesse bei Schweizer Anlegern, aber auch aus anderen Ländern, in meiner alten Heimat zu investieren.”

Nach Branchenzahlen steckten im ersten Quartal hinter gut 12 Prozent der Immobilienkäufe Leute von auswärts, Tendenz steigend.

Cristina Giner. Euronews. Madrid

“Spanien ist nicht das einzige Land mit sogenannten «goldenen Visa». Um ausländische Anleger anzuziehen, haben auch Großbritannien, Irland, Portugal, Malta oder Zypern ähnliche Mechanismen installiert.”

su