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IWF gibt seinen Segen für drittes Griechenland-Paket

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IWF gibt seinen Segen für drittes Griechenland-Paket

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine Beteiligung an einem dritten Hilfspaket in Aussicht gestellt.

Das Programm müsse allerdings vollständig aufgestellt sein, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde (Europe 1). Dies bedeute, dass Griechenland seine Wirtschaft umfassend reformiere und die Gläubiger dem Land entgegenkämen. So sei neben der Bereitstellung von Finanzhilfen eine Schuldenerleichterung nötig. Es sei möglicherweise ausreichend, wenn die Laufzeiten verlängert würden. Langfristiges Ziel müsse sein, dass sich Griechenland selbst am Markt finanziere.

Auch Frankreichs Finanzminister Michel Sapin bekräftigte, dass das Land eine Schuldenerleichterung brauche. Das könne längere Laufzeiten, Fristverlängerungen sowie niedrigere Zinssätze bedeuten. Einen Schuldenschnitt schloss er aus.

Ob die griechischen Banken am Montag wieder öffnen, ist nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny noch nicht sicher. Dafür seien noch einige Überprüfungen nötig, sagte er im österreichischen Rundfunk. Ein hochrangiger Banker hatte am Donnerstag gesagt, dass die Geldhäuser nach drei Wochen am Montag wieder öffnen könnten. Dies werde durch die Anhebung der Notfallkredite der Europäischen Zentralbank (EZB) möglich.

Laut Nowotny könnte es sechs bis acht Wochen dauern, bis das dritte Hilfsprogramm für Griechenland steht.

Ende März hatte Griechenland nach Angaben der griechischen
Schuldenagentur 313 Milliarden Euro Schulden.

Die Europartner und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben seit 2010 zwei Hilfspakete für Griechenland geschnürt. Die Rückzahlung an die Europäer beginnt ab dem Jahr 2020 und zieht sich über Jahrzehnte hin.

Im Rahmen des ersten Hilfspakets von 2010 wurden 73 Milliarden Euro
an Griechenland ausgezahlt. Dazu hat die Euro-Zone etwa 52,9 Milliarden Euro beigesteuert. Der deutsche Anteil der europäischen bilateralen Kredite im Rahmen dieses ersten Programms beträgt rund 15,2 Milliarden Euro. Der IWF zahlte 20,1 Milliarden Euro.

Im Rahmen des zweiten Hilfspakets erhielt Griechenland aus dem
vorübergehenden Euro-Rettungsfonds EFSF 130,9 Milliarden und 11,8
Milliarden Euro vom IWF. Für Verluste des EFSF haftet Deutschland aktuell zu 29,13 Prozent.

Für Risiken aus Forderungen des
Europäischen Zentralbanksystems und IWF-Krediten haftet Deutschland bisher insgesamt für schätzungsweise 85 Milliarden Euro.

su mit Reuters, dpa