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Höhere Mehrwertsteuer für Griechen - sogar Sterben wird teurer

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Höhere Mehrwertsteuer für Griechen - sogar Sterben wird teurer

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Wirtschaftswunder sehen anders aus:
Lange Schlangen vor den Bankschaltern. Kunden und Ladenbesitzer knobeln, für welche Produkte künftig eine erhöhte Mehrwertsteuer gilt – 23 Prozent statt 13 in Griechenland. In der Bäckerei etwa gilt der alte Satz für Brot weiter, Kuchen oder Teigtaschen werden teurer.

Wie auch frisches oder tiefgekühltes Fleisch, Fisch, Kaffee, Tee oder Säfte, Eier, Zucker, Kakao, Reis, Mehl, Milchprodukte wie Eis und Joghurt, Kondome oder Klopapier.

Bäcker Giannis Manos:

“Wir haben Erfahrungen mit Mehrwertsteuererhöhungen bei Lebensmitteln. Vor zwei Jahren gingen die Umsätze runter und die Unternehmen haben Mitarbeiter entlassen.”

Auch in Tavernen und Bars steigen die Preise, später dann für Tickets für U-Bahnen und Fähren.

Eine Konsumentin:

“Ich habe 50 Euro aus dem Geldautomaten gezogen, das meiste ist schon weg. Jetzt muss ich mit 5 Euro durch die Woche kommen. Geht das?”

Vor sechs Jahren zahlten die griechischen Verbraucher 9 Prozent Mehrwertsteuer – die aktuelle 5. Stufe ist Vorbedingung der Geldgeber für ein drittes Griechenland-Hilfsprogramm. In der EU gelten Sätze zwischen 17 (Luxemburg), 19 (Deutschland) und 27 Prozent (Ungarn).

Lefteris Kiosses, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Handel Konsumgüter, Marousi, Griechenland:

“Alles in allem werden die Haushalte wird 650 Millionen. Euro pro Jahr zusätzlich belastet, nur durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel. Praktisch bedeutet dies einen Durchschnitt von 157 Euro pro Haushalt. Das fehlt in der Geldbörse.”

Mit Multiplikationseffekt für alle, die nicht das Allernötigste zum Leben anbieten.

Ein Taxifahrer:

“Wir erwarten, dass uns das den Rest gibt, nicht nur dass weniger Kunden kommen. Kunden gab es sowieso nicht viele. Das ist der letzte Schlag. Das halten wir nicht aus, die Leute halten es nicht aus. Das sind ja nicht nur die 23% für das Taxi: 2 Euro hier, 3 Euro da, 5 mehr für das Familienbudget.”

Sogar Beerdigungen werden teurer.

su mit dpa