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Auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur? Donald Trump teilt weiter aus

Donald Trump findet offensichtlich zunehmend Spaß an seinem Wahlkampf. Besondere Freude machen ihm wohl die Reaktionen in den Medien und aus seiner

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Auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur? Donald Trump teilt weiter aus

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Donald Trump findet offensichtlich zunehmend Spaß an seinem Wahlkampf.

Besondere Freude machen ihm wohl die Reaktionen in den Medien und aus seiner Partei, die er mit seinen Äußerungen jederzeit zuverlässig hervorrufen kann.

Diesmal nahm sich Trump, der Baumilliardär, der amerikanischer Präsident werden will, einen seiner Konkurrenten vor, Lindsey Graham.

Bei einer Rede in Bluffton in Grahams Heimatstaat Südkarolina nannte Trump ihn einen Idioten, nachdem er von dem Senator allerdings gleichwertig beschimpft worden war.

Daher wird sich der Aufschrei diesmal auch in Grenzen halten, im Gegensatz zu vorher, als er sich mit John McCain anlegte – ein guter Freund von Graham, ebenfalls Senator, auch schon Präsidentschaftskandidat, dazu berühmter Veteran aus dem Vietnamkrieg.

Trump sprach ihm ab, ein Kriegsheld zu sein, weil er das ja nur durch seine lange Gefangenschaft geworden sei: McCain war mit dem Flugzeug abgestürzt und verbrachte, teilweise unter Folter, gut fünf Jahre in vietnamesischer Haft.

Er selber, so Trump, möge lieber Leute, die sich nicht gefangennehmen ließen.

Bei McCains Präsidentschaftskandidatur 2008 habe er ihn aber mit einer Million Dollar unterstützt; dann habe McCain aber verloren, und danach habe er ihn nicht mehr so gemocht: Er möge eben keine Verlierer.

Trump selber entging dem zur Zeit des Vietnamkriegs herrschenden Wehrdienst und konnte daher in jenen Jahren in New York seine ersten Millionen machen und das Nachtleben erobern.

Die Zeitung “Washington Post” hat in einem Artikel gegenübergestellt, wie es beiden Männern zwischen 1967 und McCains Freilassung 1973 erging.

Dabei erwähnt sie auch, was Trump einmal als Gefahr für sich in jener Zeit beschrieb: Für seinen Vater in Sozialwohnungen die Miete eintreiben zu müssen.

Trumps Ansichten stoßen Leute ab, andere sind begeistert: “Trump hat ein Programm”, sagt ein Mann auf dem New Yorker Times Square, “und er ist lustig, und er spricht viele Sachen an, an die sich sonst keiner herantraut.”

“Was er sagt, ist eine einzige Schande”, meint dagegen eine junge Frau hier. “Unglaublich, dass er einmal dieses Land führen will. Aber das wird nichts werden!”

Bei vielen kommt einfach schon gut an, dass Trump kein Politiker ist – sie nehmen ihm auch bei umstrittenen Äußerungen die ehrliche Haut ab.

Er selber gibt immer wieder an, seine Äußerungen würden in den Medien falsch wiedergegeben oder aus dem Zusammenhang gerissen.

Umfragen zeigen ihn im Feld der Bewerber, die in der Republikanischen Partei Präsidentschaftsbewerber werden wollen, vorn – zum Teil aber noch vor den McCain-Bemerkungen.

Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter Republikanern zeigt aber auch, dass inzwischen Trumps Mitbewerber Jeb Bush aufgeholt hat.

Trump hat in seinem kurzen Wahlkampf auch schon Proteste hervorgerufen, als er von Vergewaltigern sprach, die aus Mexiko einwanderten, von Menschen, die Drogen
und Verbrechen mit sich ins Land brächten.

Er gab aber zu, dass unter diesen Einwanderen auch ein paar gute Menschen sein könnten.

Außerdem regte er den Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze an; und keiner könne besser Mauern bauen als er, der Baumilliardär.

In seinem Ferndisput mit Graham sorgte er nun noch für eine besondere Note: Er verlas öffentlich dessen Telefonnummer.

Der Hintergrund: Graham habe ihn vor Jahren wegen seiner Beziehungen zum Fernsehsender Fox angegangen und Empfehlungen gewollt, daher habe er noch dessen Nummer.

Auch das sei aber kein neues Mittel, berichtet der Fernsehsender CBS: Nach den Äußerungen über Mexikaner kam es zum Bruch mit dem Sender Univision, der Trumps Misswahlen überträgt.

Trump veröffentlichte daraufhin auch schon die Telefonnummer von Univision-Starmoderator Jorge Ramos.

Ramos steht ihm kritisch gegenüber, hatte aber in einem Brief wegen eines Interviews angefragt und für Rückfragen seine Handynummer angegeben.