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"New Development Bank": wie IWF und Weltbank, mit chinesischem Einschlag

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"New Development Bank": wie IWF und Weltbank, mit chinesischem Einschlag

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Die von fünf großen Schwellenländern gegründete BRICS-Entwicklungsbank hat ihre Arbeit in Shanghai aufgenommen. Offiziell heißt sie New Development Bank (NDB, Neue Entwicklungsbank). BRICS – das sind Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.
Die Bank soll künftig auf 91,5 Milliarden Euro Kapital kommen. Mit einem Anteil von knapp 40 Prozent hat China mit Abstand die Führung unter den Geldgebern. Russland ist mit 20 Prozent vertreten.

NDB-Präsident Kundapur Vaman Kamath:

“Wir werden mit allen zusammenarbeiten, deren Thema Entwicklung ist. Wir wollen kein bestehendes System herausfordern. Wir wollen das System auf unsere eigene Weise verbessern und ergänzen.”

Die Errichtung der Bank war am 70. Jahrestag des Bretton-Woods-Abkommens verkündet worden, dem Grundstein von Internationalem Währungsfonds und Weltbank. Besonders Entwicklungsländer stehen der bisherigen Kreditvergabepoltik des IWF kritisch gegenüber – die “alten” Industrieländer haben ein höheres Stimmgewicht.

Chinas Finanzminister Lou Jiwei:

“Als eine multilaterale Entwicklungsbank, initiiert und gegründet von Schwellenländern, wird sich die New Development Bank mehr auf die Bedürfnisse der Entwicklungsländer ausrichten, ihre nationalen Besonderheiten und Ideen berücksichtigen. Das wird internationale Entwicklungskonzepte auf jeden Fall durch Praxis und Erfahrung bereichern und die Effizienz der Entwicklungszusammenarbeit verbessern.”

Im Jahr 2014 war schon die multilaterale Entwicklungsbank Asian Infrastructure Investment Bank AIIB gegründet worden – im Wettbewerb zur Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und der Asiatischen Entwicklungsbank. Anlass war vor allem die Unzufriedenheit Chinas über eine Dominanz der US-Amerikaner im IWF, der aus Sicht Chinas keine faire Verteilung der globalen Machtverhältnisse widerspiegelte. An der AIIB nehmen 57 Länder teil. Das Startkapital der Bank mit Sitz in Peking beträgt 46 Milliarden Euro.

Bei der chinesischen Zentralbank werden rund vier Billionen Dollar Währungsreserven vermutet – rund ein Viertel der jährlichen US-Wirtschaftsleistung.

su mit dpa