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Keine Zeit für die Verwandten: Obama fährt nicht nach Kogelo

Als Barack Hussein Obama II Präsident der Vereinigten Staaten wurde, jubelten seine Anhänger in den USA – und in Kenia. Schon bald werde der

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Keine Zeit für die Verwandten: Obama fährt nicht nach Kogelo

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Als Barack Hussein Obama II Präsident der Vereinigten Staaten wurde, jubelten seine Anhänger in den USA – und in Kenia. Schon bald werde der mächtigste Mann der Welt das Heimatland seines Vaters besuchten, hofften die Menschen. Sie mussten sechs Jahre warten.

In Kogelo, dem Dorf, aus dem Obamas Vorfahren stammen, ist man ernüchtert. Denn hier wird sich der Präsident nicht blicken lassen.

“Ich bin sehr enttäuscht. Wir wollen doch, dass unser Junge in unseren Ort kommt, damit er seine Großmutter begrüßen kann. Dann wären wir die glücklichsten Menschen der Welt”, sagt ein Bewohner des Dorfes.

Obamas Vater liegt in Kogelo begraben. Er verließ die Familie, als sein Sohn zwei Jahre alt war, 1982 kam er im Alter von 46 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

1987 und als Senator im Jahr 2006 war Obama hier. Viele seiner Verwandten leben noch in dem Dorf – wie Sarah Obama. Die 94-Jährige ist das Familienoberhaupt – und die Großmutter des US-Präsidenten.

Er sei eben ein Sohn ganz Kenias und nicht nur Kogelos, sagt Sarah Obama. Da er von Präsident Uhuru Kenyatta eingeladen sei, könne Barry, wie sie ihn nennt, nun mal nicht in ihr Dorf kommen.

Manche in Kogelo hofften nach Obamas Wahlsieg auf einen Ansturm von Touristen. Manche hofften auf Unterstützung aus Washington.

“Wir sind enttäuscht”, sagt ein Lehrer in Kogelo. “Als er Präsident wurde, dachten wir, dass sich etwas tun würde, doch das war nicht der Fall. Aber wir erwarten einen Austausch zwischen Schulen in den USA und unserer Schule.”

So ganz wollen sie in Kogelo noch nicht wahrhaben, dass Barack Obama das Dorf seiner Vorfahren auf seiner Kenia-Reise links liegen lässt. Vielleicht kommt er ja doch, hoffen sie.