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Microsoft auf der Suche nach der Zukunft

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Microsoft auf der Suche nach der Zukunft

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Der Kauf des Nokia-Mobiltelefongeschäfts entpuppt sich für Microsoft als Fiasko.

Rund ein Jahr nach der 6,6 Milliarden Euro schweren Übernahme muss der weltgrößte Software-Konzern wegen des Umbaus des finnischen Handy-Pioniers hohe Abschreibungen verdauen. Das führte im zweiten Quartal zu 2,9 Milliarden Euro Verlust, dem höchsten in der Microsoft-Geschichte – 6,9 Milliarden Euro werden abgeschrieben, 7.800 Stellen gestrichen.

Der Kauf zeigt, wie fieberhaft die Amerikaner nach einem neuen Verkaufsschlager suchen – bislang aber mit wenig Erfolg. Angesichts der Schwäche des einstigen Gewinngaranten Windows muss sich der Koloss neu positionieren.

Die Hoffnungen liegen auf dem neuen Betriebssystem Windows 10, das in der nächsten Woche in den Handel kommt. Es soll besonders auf berührungsempfindliche Geräte ausgelegt sein.

Für Microsoft sei ein erfolgreiches Debüt von Windows 10 unerlässlich, um überhaupt weiter eine Rolle im Markt für mobile Geräte zu spielen, warnte Analyst Daniel Ives von der Investmentbank FBR Capital Markets, New York.

Weiterer Hoffnungsträger ist das zukunftsträchtige Cloud-Geschäft. Der Wettbewerb in der Cloud – also der Kampf um Kunden, die ihre Daten und Software-Programme ins Internet auslagern wollen – ist allerdings hart. Neben Microsoft tummeln sich unter anderem Oracle, Amazon, IBM und SAP in dem Markt. Der Microsoft-Umsatz im Cloud-Geschäft mit Firmenkunden, zu dem Office 365 und Azure gehören, sprang im abgelaufenen Quartal um 96 Prozent nach oben.

Das Plus mit Cloud-Angeboten konnte die Einbrüche beim herkömmlichen Windows-Betriebssystem aber nicht ausgleichen. Der Umsatz ging insgesamt um fünf Prozent auf 20,3 Milliarden Euro zurück.

Microsoft ist mit 118.500 Mitarbeitern und 79,5 Milliarden Euro Umsatz der weltweit größte Softwarehersteller. Der Börsenwert: Rund 350 Milliarden Euro.

su mit Reuters