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Germanwings-Absturz: Unidentifizierbare sterbliche Überreste beigesetzt

Vier Monate nach dem Germanwings-Absturz haben sich Angehörige der Opfer in Le Vernet in den französischen Alpen zu einer Trauerfeier versammelt

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Germanwings-Absturz: Unidentifizierbare sterbliche Überreste beigesetzt

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Vier Monate nach dem Germanwings-Absturz haben sich Angehörige der Opfer in Le Vernet in den französischen Alpen zu einer Trauerfeier versammelt. Anschließend zogen die Hinterbliebenen zum Friedhof des Ortes. Dort waren die sterblichen Überreste, die sich nicht eindeutig identifizieren ließen, bereits am Vorabend beigesetzt worden.

Meinung

Wir möchten aus diesem Gipfel einen Ort der Stille machen, einen Ort des Gedenkens und der Besinnung, an den die Familien gehen können, um sich an ihre Lieben zu erinnern.

An der Abstutzstelle soll in den kommenden Monaten eine Gedenkstelle eröffnet werden, so der Bürgermeister von Le Vernet, François Balique. “Wir möchten aus diesem Gipfel einen Ort der Stille machen, einen Ort des Gedenkens und der Besinnung, an den die Familien gehen können, um sich an ihre Lieben zu erinnern.”

Die Trauerzeremonie wurde von einem katholischen Bischof, einem evangelischen Pfarrer, einem Imam und einem Rabbi geleitet. Lufthansa-Chef Carsten Spohr war nicht zugegen. Angehörige hatten ihn in einem offenen Brief deutlich kritisiert. Er habe weder das persönliche Gespräch gesucht, noch auf persönliche Einladungen zur Beisetzungen einiger Opfer geantwortet oder sich öffentlich entschuldigt. Die Ermittler halten es für erwiesen, dass der Co-Pilot der Maschine den Absturz absichtlich herbeiführte. Die Tatsache, dass er depressiv war, hatte Fragen über die Auswahl und Überprüfung der Piloten hervorgerufen.

Fluggesellschaft und Angehörige streiten sich zudem über die Höhe des Schmerzensgeldes. Die Lufthansa hatte 50.000 Euro Soforthilfe sowie 25.000 Schmerzensgeld pro Opfer und 10.000 Euro für nahe Angehörige angeboten. Mehrere Familien forderten durch ihren Anwalt mindestens 100.000 Euro pro Opfer.

Beim Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März in den französischen Alpen waren alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen, darunter 16 Zehntklässler eines Gymnasiums in Haltern und ihre zwei Lehrerinnen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der Copilot die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht.