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"Nikkei": Zukunft in rosa für neue Tochter "Financial Times"

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"Nikkei": Zukunft in rosa für neue Tochter "Financial Times"

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Die japanische Wirtschaftszeitung “Nikkei” will nach der Übernahme der britischen “Financial Times” die Stärke beider Redaktionen nutzen. “Wir wollen der “FT” Informationen der “Nikkei” über Asien bereitstellen. Zugleich wird es möglich, den Lesern der “Nikkei” internationale Nachrichten von noch höherem Niveau als
bisher zu bieten”, sagte der Chef der Nikkei-Mediengruppe, Naotoshi Okada.

Nikkei-Vorstandschef Tsuneo Kita:

“Ich werde nicht versuchen, bei der “FT” Management oder redaktionellen Stil zu ändern. Die “Financial Times” bleibt die “Financial Times”. Eine stärkere “Financial Times” nützt Nikkei, habe ich zum “FT”-Geschäftsführer John Ridding gesagt.”

Die Japaner wollen das lachsfarbene Traditionblatt für 1,2 Milliarden Euro von dessen britischem Besitzer Pearson übernehmen. Auch Axel Springer war Berichten zufolge an dem Blatt interessiert. Der Pearson-Konzern will sich künftig stärker auf sein Kerngeschäft mit Bildungsangeboten konzentrieren.

Marktanalyst Chris Beauchamp, IG, London:

“Ich meine, die Schwerpunkte der Berichterstattung könnten sich verschieben. Vielleicht auch die Tonlage. Die “FT” ist sowas wie eine führende Stimme der pro-europäischen Elemente in der britischen Politik. Das könnte mit dem neuen Besitzer woanders hindriften.”

In Personalangelegenheiten bei der Zeitung will sich Nikkei nicht einmischen. Die Mitarbeiter warten erst mal ab.

Einer ist
“irgendwie glücklich und irgendwie meine ich, dass sich etwas ändern wird. Ist aber interessant.”

Eine Kollegin meint:
“Es ist wirklich zu früh, etwas zu sagen. Ich kann nicht wirklich was sagen, ich habe nicht genügend Informationen über den neuen Eigentümer.”

Die britische Wirtschafts-Tageszeitung hatte sich in der Vergangenheit auch kritisch zur Berichterstattung des neuen Mutterunternehmens über die japanische Wirtschaft geäußert.

Mehrere Aufsichtsbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen.

su mit dpa