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Tikkun-Das Jerusalem Film Festival kürt seinen Sieger

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Tikkun-Das Jerusalem Film Festival kürt seinen Sieger

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Jerusalem, die geteilte Stadt im heiligen Land. Für die Eröffnung des 32. Filmfestival haben die Organisatoren für Hollywood-Glamour gesorgt. Der

Jerusalem, die geteilte Stadt im heiligen Land. Für die Eröffnung des 32. Filmfestival haben die Organisatoren für Hollywood-Glamour gesorgt. Der US amerikanische Schauspieler, Autor und Regisseur John Turturro ist zu Gast. Er spielte in über 60 Filmen. Das Jerusalem Film Festival hat ihn für sein Lebenswerk geehrt.

Meinung

All die Filme die ich hier gesehen habe drücken einen grossen Schmerz aus, einen Schmerz der Gesellschaft

Trotz Konflikten und illegaler Besatzung – die Filmbranche Israels boomt und auch die Festivals gewinnen an Renomee. In Nahen Osten ist Israel das Land mit den meisten Nominierungen für Academy Awards, im Bereich bester Ausländischer Film.
Wolfgang Spindler von Euronews: “In den letzten Jahren hat Israel seine Filmproduktion quantitativ und qualitativ erheblich steigern können. Es gibt eine effizente Film Förderung und viele Talente. Natürlich thematisieren die meisten Produktionen die extrem komplizierten sozialen und politischen Verhältnisse des Landes.”
Der Horror Film “JeruZalem”
von Doron & Yoav Paz wird in der noch jungen Festivalkategorie “Genre” gezeigt. Der Zombie-Thriller gewann den diesjährigen Publikumspreis des Jerusalem Festivals und den Preis für den besten Schnitt.
Viele der vorgestellten Filme thematisieren den andauernden Besatzungskonflikt. Durch den Sperrzaun sind Festivalbesuche palästinensischer Filmemacher bei den Vorführungen allerdings selten geworden.Der türkische Filmemacher Tayfun Pirselimoğlu ist Jurymitglied
“All die Filme die ich hier gesehen habe drücken einen grossen Schmerz aus, einen Schmerz der Gesellschaft. Zuerst hat man den Eindruck, das sei ein lokales Phänomen, doch dann erkennt man das es ein universelles ist, das man aus dem Lokalen kommend die grossen, menschlichen Probleme erkennen kann.”
Der Dokumentarfilm “Strung Out” hat den Preis für die beste Regie in der Kategorie Dokumentarfilm gewonnen. Er zeigt eine Gruppe junger Frauen, die in den Strassen Tel Avivs leben und Opfer von Drogen und Prostitution sind. Filmemacherin Nirit Ahroni war neben der Regie auch für die Kameraarbeit von Strung Out verantwortlich.“Es hat anderthalb Jahre gedauert, bis ich die Kamera überhaupt mitgenommen habe. Wir haben erst einmal Vertrauen aufgebaut. Ich habe Ihnen geholfen. Ich habe mich um sie gekümmert und mit ihnen geredet. Und da wurde ihnen bewusst,das dies die letzte Chance sein würde, etwas über ihre Situation zu sagen – ein vielleicht letztes Dokument ihres Lebens.”
Insgesamt 4 Hauptpreise räumte der Film “Tikkun” ab, ein ergreifendes Porträt eines ultraorthodoxen Mannes in Jerusalem, der sein Leben ändert.
Ein Vater reanimiert seinen kollabierenden Sohn und rettet ihn so vor dem Tod. Doch dann kommt die Furcht, damit gegen Gottes Willen gehandelt zu haben.
Neben dem Preis für den besten Film gab es auch die Auszeichnung für das beste Drehbuch und den besten Hauptdarsteller,Khalifa Natour. Er ist ein in Israel lebender Araber.
“All dies ist weit weg von meinem Leben. Das ist kein einfacher Charakter. Und es ist eine andere Religion als die meine, eben nicht mein Leben.Also musste ich dafür viel lernen. Denn ich wusste vorher nichts über diese Rolle, dieses Leben und diesen Charakter.”
Ronen Ben ist der Produzent des Films. Avishai Sivan führte bei Tikkun die Regie:“Das Drehbuch ist sehr vielschichtig und hat eine Menge Philosophischer Ansätze. Damit werden Fragen aufgeworfen-aber es werden keine Antworten gegeben.”
Der Preis für die beste Regie und die beste weibliche Hauptrolle ging an “Wedding Doll” von Nitzan Gilady. Asi Levi spielt die Mutter einer leicht behinderten jungen Frau, die nach Unabhängigkeit strebt und sich bei der Arbeit in ihren Chef verliebt. Im wahren leben hat Levi 2 Töchter: “Ich kombiniere mein Leben immer, weil ich eben Schauspielerin bin und mit Elementen aus meinem eigenen Leben arbeite und.mit dem, was ich erfahren habe und was ich weiss. Und ich weiss, dass eine Mutter immer eine Mutter ist. Das ist eine Frage des Instinkts.