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Angst vor Börsenabsturz in China: "Dagegen ist Griechenland ein Kindergeburtstag"

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Angst vor Börsenabsturz in China: "Dagegen ist Griechenland ein Kindergeburtstag"

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Ein neuer Kursrutsch in China hat auch den
deutschen Aktienmarkt in Mitleidenschaft gezogen. Am Nachmittag drückte die schwach erwartete Wall Street zusätzlich auf die Stimmung und ließ den deutschen Leitindex Dax um 1,84 Prozent auf 11 138,85
Punkte absacken. Der wichtige Shanghai Composite Index war bis zum Handelsschluss um
8,5 Prozent eingebrochen – so stark wie seit Anfang 2007 nicht mehr.

Huang Cendong, Analyst bei Guojin Securities, Peking:

“Die Zentralbank hat ja kürzlich versucht, mit Maßnahmen den Markt zu beruhigen. Das hat die Volksmeinung, überhaupt nicht gefestigt. Der große Absturz heute erinnert die Leute an den jüngsten Crash. Schließlich war der letzte Einbruch tragisch und ist immer noch sehr präsent in den Köpfen der Menschen. Also, auf kurze Sicht kann die Stimmungslage auf dem Markt für heftiges Auf und Ab sorgen.”

Mit Handelsverboten für bestimmte Aktien, mehr Liquidität und Konjunkturspritzen hatte die chinesische Regierung den jüngsten Börseneinbruch um 30 Prozent vorübergehend gestoppt.

Im Sommer 2014 hatten die chinesischen Börsen Shanghai und Shenzhen zu einer rasanten Rally angesetzt. Bis Mitte dieses Jahres ging es um etwa 150 Prozent aufwärts. Dann kam der befürchtete Einbruch: Auf Chinas Aktienmarkt wurden in wenigen Tage 3,6 Billionen Euro an Wert vernichtet.

Robert Halver, Baader Bank, Frankfurt:

“China ist für die Weltwirtschaft schon massiv relevant, extrem bedeutend. Wenn es so weitergeht, wird die Notenbank in China eigene Aktien der Unternehmen des Landes aufkaufen. Denn China darf nicht schwach werden, sonst hat die gesamte Weltkonjunktur ein Problem. Dagegen ist Griechenland ein Kindergeburtstag.”

Im Vertrauen auf die Allmacht der Zentralregierung in Peking hatten sich massenhaft Kleinanleger auf die Börse gestürzt, viele auf Pump. Jetzt geht es auch um Glaubwürdigkeit: wer ist stärker – Politik oder Finanzmärkte.

su mit Reuters