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Kolumbien: Inhaftierte Farc-Rebellen helfen bei Suche nach Gräbern von Kriegsopfern

In Kolumbien sind Armee und forensische Experten mit Hilfe von inhaftierten Farc-Rebellen auf der Suche nach Gräbern von vermissten Kriegsopfern

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Kolumbien: Inhaftierte Farc-Rebellen helfen bei Suche nach Gräbern von Kriegsopfern

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In Kolumbien sind Armee und forensische Experten mit Hilfe von inhaftierten Farc-Rebellen auf der Suche nach Gräbern von vermissten Kriegsopfern. Seit 2007 haben die Suchtrupps der Generalstaatsanwaltschaft etwa 6000 Leichen von Menschen gefunden, die dem Konflikt zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und Regierung zum Opfer gefallen sind. Inhaftierte Ex-Rebellen geben mit Aussicht auf verkürzte Haftstrafen Hinweise zu den Gräbern.

Meinung

Anhand der bisherigen Beweise sind wir von 50.000 Opfern ausgegangen, mit den neuen Aussagen geht es eher auf 70.000 bis 80.000 Opfer zu.

Alvaro Polo, Leiter der Suchoperation, geht davon aus, dass es davon weitaus mehr gibt, als bisher vermutet: “Anhand der bisherigen Beweise sind wir von 50.000 Opfern ausgegangen, mit den neuen Aussagen geht es eher auf 70.000 bis 80.000 Opfer zu.”

Etwa die Hälfte der bisher gefundenen Leichen konnten identifiziert worden, über den Großteil der übrigen sterblichen Überreste gibt es keine Informationen. In Kolumbien starben in den bisher über 50 Jahren Bürgerkrieg mehr als 200.000 Menschen. Seit Ende 2012 verhandeln die größte Rebellenorganisation Farc und die Regierung über die Beilegung des seit Jahrzehnten andauernden Konflikts.