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Bayerns Ex-Kultusminister: "Rechtschreibreform war überflüssig"

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Bayerns Ex-Kultusminister: "Rechtschreibreform war überflüssig"

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Der frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair übt deutliche Kritik an der neuen Rechtschreibung. In einem Interview mit der “Zeit” sagte er, die Reform sei überflüssig gewesen. Den Streit um die neuen Regeln nannte er “gespenstisch”. Der CSU-Politiker nimmt sich selbst nicht von der Kritik aus. Er sagte, “ich muss mir vorwerfen, dass ich als Kultusminister nicht frühzeitig die Tragweite erkannt und die Reform in geordnete Bahnen gelenkt habe”.

Dass die Politik sich um die Rechtschreibung gekümmert habe, sei ein Fehler gewesen, so Zehetmair. “Das sollte nie wieder vorkommen, die Lektion haben alle gelernt.”

Am 1. August 2005 waren auf Beschluss der Kultusminister in 14 Bundesländern neue Rechtschreibregeln an den Schulen in Kraft getreten, 2006 zogen dann Bayern und Nordrhein-Westfalen nach. Eigentlich sollte die Reform zu Erleichterungen führen, tatsächlich sind die Unsicherheiten vielfach gestiegen, die Rechtschreibkenntnisse haben sich laut einer Studie sogar verschlechtert, nicht nur, aber offenbar auch wegen der Reform.

Auch die Duden-Redaktion stimmt in die Kritik ein. So sind nach Ansicht des Duden-Chefredakteurs inzwischen zu viele Varianten erlaubt. “Wir Wörterbuchmacher hätten es lieber, wenn möglichst viel Einheitlichkeit herrscht”, sagte Werner Scholze-Stubenrecht der Deutschen Presse-Agentur. “Wir haben auch den Eindruck, dass diejenigen, die den Duden kaufen, lieber nur eine Möglichkeit haben wollen.”

Inzwischen sind häufig mehrere Schreibweisen möglich – etwa “dein” und “Dein” oder “Schifffahrt” und “Schiff-Fahrt”. In bestimmten Bereichen sei die Reform zwar eine Erleichterung gewesen, sagte Scholze-Stubenrecht. “Ich persönlich hätte aber mit etwas weniger Aufwand und etwas weniger Änderungen gut leben können.”

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Beitrag bei SPON zur Rechtschreibung