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Drahtzieher der Mumbai-Anschläge von 1993 hingerichtet

In Indien ist einer der Drahtzieher der Bombenanschläge von Mumbai 1993 hingerichtet worden. Ein Gnadengesuch für Yakub Memon lehnte der Oberste

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Drahtzieher der Mumbai-Anschläge von 1993 hingerichtet

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In Indien ist einer der Drahtzieher der Bombenanschläge von Mumbai 1993 hingerichtet worden. Ein Gnadengesuch für Yakub Memon lehnte der Oberste Gerichtshof wenige Stunden vor der Vollstreckung des Urteils ab. Memon wurde in einem Gefängnis im Bundesstaat Maharashtra gehängt.

Meinung

Man kann für ihn kein Mitleid empfinden

Das Urteil ist für Überlebende der Anschläge späte Gerechtigkeit. Kirti Ajmera erklärte: “Wir sind froh, dass er gehängt wurde. Denn er ist schuldig. Andere haben ihm damals geholfen. Ich denke, das ist gerecht”.

“Er hat so vielen Menschen das Leben genommen, dass man für ihn kein Mitleid empfinden kann”, meint Ami Ajmera.

Memon war einer von elf Verurteilten im Zusammenhang mit der Anschlagsserie, jedoch der einzige, bei dessen Todesstrafe aufrecht erhalten wurde. Die Hauptverantwortlichen wurden nie gefasst.

Die Bombenattentate im März 1993 hatten sich unter anderem gegen die Börse von Mumbai, die Niederlassung von Air India und ein Luxushotel gerichtet. 257 Menschen wurden damals bei insgesamt zehn Sprengstoffexplosionen getötet.

Exekutionen sind in Indien selten. Die Vollstreckung des Urteils spaltet die Gesellschaft. Viele kritisieren, dass das Strafmaß die Beteiligung Memons an den Anschlägen nicht entspricht. Memon hatte sich nach seiner Flucht den Behörden in Indien gestellt. Anschließend soll er mit ihnen kooperiert haben und maßgeblich zur Aufklärung des Falls beigetragen haben.

Human Rights Watch hatte sich für das Gnadengesuch Yakub Memon eingesetzt. Ein Sprecher der Organisation in Südostasien sagte, man sei enttäuscht, dass Indien das Urteil vollzogen habe. HRW hatte auf einen Aufschub der Vollstreckung, und ein Moratorium der Todesstrage in Indien gehofft.