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Führungswechsel bei den Taliban könnte IS-Miliz stärken und Friedensprozess erschweren

Die afghanischen Taliban haben offenbar die bisherige Nummer Zwei der Organisation, Akhtar Mohammed Mansour, zu ihrem Anführer gewählt. Die Wahl sei

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Führungswechsel bei den Taliban könnte IS-Miliz stärken und Friedensprozess erschweren

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Die afghanischen Taliban haben offenbar die bisherige Nummer Zwei der Organisation, Akhtar Mohammed Mansour, zu ihrem Anführer gewählt. Die Wahl sei einstimmig gewesen, so zwei Kommandeure.

Meinung

Die IS-Miliz wird für die Taliban selbst zur Bedrohung

Am Mittwoch hatte ein Sprecher des afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani mitgeteilt, glaubwürdige Informationen legten nahe, dass Mullah Omar, der bisherige Kopf der Taliban, schon vor zwei Jahren in Pakistan ums Leben gekommen sei.

Omar hatte die Taliban-Organisation 1994 gegründet und war nach der Machtübernahme 1996 bis zur US-Invasion 2001 afghanisches Staatsoberhaupt.

Seither wurde er nicht mehr öffentlich gesehen. Einige Beobachter befürchten nun, dass sein Tod der IS-Miliz in die Hände spielen könnte, die gerade für junge Taliban attraktiv sei.

“Die IS-Miliz wird für die Taliban selbst zur Bedrohung”, so der politische Analyst Haroun Mir. “Im östlichen Nangahar hat sie es beispielsweise geschafft, die Taliban aus einigen Distrikten zu vertreiben. Sie ist auch eine Gefahr für den Friedensprozess. Taliban-Kommandeure, die den Friedensprozess ablehnen, könnten überlaufen und Mitglieder der zur IS-Miliz werden.”

Mitte Juli hatte die afghanische Regierung im benachbarten Pakistan erstmals formelle Friedensgespräche mit den Taliban geführt und für die kommenden Tage eine zweite Runde angesetzt. Die Gespräche sollen voraussichtlich im pakistanische Islamabad stattfinden.