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Gletscherschmelze legt tausende Jahre alte Pflanzen frei

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Gletscherschmelze legt tausende Jahre alte Pflanzen frei

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Geschichte der Gletscher in den Anden kann rekunstruiert werden

Der Gletscher Qori Kalis in den peruanischen Anden liegt in einer Region, die wie wenige andere vom Klimawandel betroffen sein wird. Etwa 70 Prozent der tropischen Gletscher befinden sich in der Andenregion. Sie schmelzen wegen steigender Temperaturen ab und hinterlassen Gletscherseen, die eine Überschwemmungsgefahr für die Bevölkerung darstellen. Für Peru eine Katastrophe, für Wissenschaftler kommt unter dem Eis aber Faszinierendes zum Vorschein: Pflanzen, die hier vor tausenden Jahren eingeschlossen wurden.

Je weiter der Gletscher sich zurückzieht, desto ältere Pflanzen kommen zum Vorschein. 17 Arten haben Wissenschaftler von der Ohio State University gefunden und auf ihr Alter untersucht. Dazu benutzen sie die C14-Methode und messen den Gehalt an radioaktivem Kohlenstoff in den Fundstücken.

Vor 6300 Jahren das letzte Mal eisfrei

“Jede Pflanze wurde an einem anderen Ort entnommen, immer ein bisschen näher am Gletscher”, sagt der Wissenschaftler Don Kenny. “Dadurch wollen wir herausfinden, wann die Pflanze vom Gletscher eingeschlossen wurde, wann sie keine Nährstoffe und kein CO2 mehr aufgenommen hat. Und wir können die Konzentration des radioaktiven Kohlenstoffs messen, der noch in der Pflanze eingelagert ist.”

Das Ergebnis: Die ältesten Pflanzenreste sind etwa 6300 Jahre alt. Das bedeutet, dass der Gletscher dort, wo sie gewachsen sind, vermutlich vor 6300 Jahren das letzte Mal eisfrei war. Mit den Forschungen könnten Wissenschaftler die Folgen des Klimawandels besser einschätzen. Alleine seit 1963 hat sich der Gletscher mehr als einen Kilometer zurückgezogen.