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Wegen Sparkurs: Zahl der US-Marines könnte weiter sinken

Die Marines sind eine der bekanntesten Teilstreitkräfte der US-Armee. Künftig könnten sie in noch mehr Einsätze geschickt werden, das allerdings mit

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Wegen Sparkurs: Zahl der US-Marines könnte weiter sinken

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Die Marines sind eine der bekanntesten Teilstreitkräfte der US-Armee. Künftig könnten sie in noch mehr Einsätze geschickt werden, das allerdings mit weniger Personal und weniger Ressourcen. Denn: Auch die US-Armee muss sparen. Grund ist der Budget Control Act aus dem Jahr 2011, ein Gesetz, das Einsparungen vorsieht, unter anderem beim Militär. Wir besuchen Marines auf einem Traininggelände in Virginia, über Politik wollen sie nicht reden, nur über ihren Job.

Second Lieutenant Andrew McCormack: “Ein Marine zu sein ist eine Einstellung, eine Mentalität. Die Mission ist nie erledigt, es geht immer darum, sich zu verbessern.”

Lieutenant Colonel Dane Hanson: “Ich wusste, dass man hier körperlich, moralisch und intellektuell herausgefordert würde. Nirgendwo sonst kann man das alles kombinieren und hat mit so vielen Aspekten zu tun. Außerdem arbeiten wir mit den besten Leuten in Amerika zusammen.”

Rund 200.000 aktive Marines gibt es derzeit, doch ihre Zahl sinkt, was nicht allen gefällt. Besonders aus den Reihen der Republikaner wird derzeit verlangt, Truppen in den Irak und nach Syrien zu schicken, um gegen den Islamischen Staat zu kämpfen. Die Einsatzfähigkeit sei aber bedroht, warnt etwa Senator John McCain, wenn am Verteidigungshaushalt gespart werde. Genau das geschieht aber in Folge des Budget Control Acts. Von fehlender Schlagkraft ist derweil hier im Trainingscenter von Quantico nichts zu sehen. Die Soldaten zeigen sich motiviert.

Staff Sergeant Luwanda Ruiz: “Es gibt nicht so etwas wie einen Trainingsbeginn, da dauernd trainiert wird. Ich vertraue den Führungskräften, die andernorts mit mir kämpfen, und ich weiß, dass ich in der Lage bin, alles, was sie mir mitgegeben haben, einzusetzen und sicher zurückzukommen.”

Die Einschnitte könnten künftig noch tiefer gehen als bisher, die Zahl der Marines dadurch noch weiter sinken. euronews-Reporter Stefan Grobe hat die Marines besucht, er sagt: “In einer Welt, in der sich die Bedrohungslage ständig ändert, bleiben die Marines ein Kernelement der US-Armee. Marines-Offiziere werden auf Erfolg trainiert, auch wenn sie zwischen schlechten Optionen wählen müssen. Vielleicht ist das einer der Gründe, deretwegen Marines bei den meisten US-Amerikanern ein so hohes Ansehen genießen.”

- Hintergrundinfos –

Was ist der BCA?

Der Budget Control Act of 2011 sollte die Schuldengrenze des Bundes erhöhen unter der Voraussetzung, dass der Kongress Einsparmöglichkeiten im Umfang von 1,2 Billionen Dollar findet. Ohne Einschnitte war vorgesehen, ab 2013 automatisch Kürzungen vorzunehmen, die bis 2021 anhalten. Für den Verteidigungshaushalt bedeutet das Kürzungen von 500 Milliarden Dollar.

Wie betrifft das die Armee?

Wegen des Budget Control Act von 2011 legte die US Army am 9. Juli Pläne vor, 40.000 Soldatenstellen zu streichen, um die Zahl aktiver Soldaten auf 450.000 zu senken. Diese Streichungen erstrecken sich über die kommenden zwei Haushaltsjahre bis Ende 2018. Alles in allem wird die Armee dann 120.000 Soldaten weniger haben als 2012, ein Rückgang um 21 Prozent der aktiven Kräfte. Die US Army schätzt, dass dadurch auf vier Jahre gerechnet 7 Milliarden Dollar eingespart werden können. Die Einschnitte könnten noch tiefer gehen, sollte es im Finanzjahr 2016, das im Oktober beginnt, erneut zu Zwangskürzungen kommen. Die Armee könnte sich bis 2019 auf 420.000 Soldaten verkleinern, wenn die automatischen Einsparungen im Haushalt ausgelöst werden.

Welche Folgen hat das für die Marines?

Der republikanische Senator John McCain: “In den vergangenen fünf Jahren ist das Marine Corps von 202.000 aktiven Soldaten auf heute 184.000 zurückgegangen. In den kommenden zwei Jahren wird die Zahl auf 182.000 sinken. Und wenn die Zwangskürzungen erneut eintreten, werden es nur noch 174.000 sein. Eine Truppe, die nicht ausreichend vorbereitet und ausgerüstet ist, um auf eine Krise oder einen schweren Notfall reagieren zu können.”

US-Marinesoldaten zeigen, wie eine 155-mm-Haubitze abgefeuert wird. Unser Korrespondent Stefan Grobe traf die Marines bei einem Dreh zu der Frage, welche Anforderungen heute an das US-Militär gestellt werden.

Posted by euronews on Thursday, 30 July 2015

Wie man einen Menschen entwaffnet, haben Sie vielleicht in Filmen gesehen. Hier können Sie mit unserem Korrespondenten Stefan Grobe lernen, wie es bei der US-Marine gemacht wird.

Posted by euronews on Thursday, 30 July 2015