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Folkestone: Demonstrationen am englischen Ende des Eurotunnels

Auf der englischen Seite des Tunnels haben Gegner und Befürworter einer schärferen Flüchtlingspolitik demonstriert. Organisiert wurden die

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Folkestone: Demonstrationen am englischen Ende des Eurotunnels

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Auf der englischen Seite des Tunnels haben Gegner und Befürworter einer schärferen Flüchtlingspolitik demonstriert. Organisiert wurden die Kundgebungen in der Stadt Folkestone von Vertretern der rechts-nationalen Partei „Britain First“ auf der einen Seite und von einer lokalen Bürgerinitiative auf anderen. Nach Angaben der Polizei blieb das Aufeinandertreffen, abgesehen von kleineren Rangeleien und gegenseitigen Beleidigungen, friedlich.

“Großbritannien hat bisher weniger Flüchtlinge aufgenommen als andere Länder. Deshalb denke ich, dass der Umgang mit diesen Menschen fürchterlich ist und das wollte ich heute deutlich machen“, sagte eine Frau, die dem Aufruf der Gruppe “Folkestone United” gefolgt war.

In der britischen Politik gibt es eine intensive Diskussion über den richtigen Umgang mit der Situation. Die Regierung droht mit schärferen Einwanderungsgesetzen. Die rechtspopulistische UKIP fordert den Einsatz der Armee. Einige Zeitungskommentatoren fordern, den Tunnel für einige Zeit zu schließen.

“Wir wollen keine unkontrollierte Einwanderung”, so ein Teilnehmer der Anti-Einwanderungs-Kundgebung. “Wir wollen das Ganze im Griff behalten. Die Menschen können zu uns kommen, wenn sie ausgebildet sind, Englisch sprechen und Fähigkeiten haben, die es ihnen möglich machen, einen Job anzunehmen. Wenn sie das können, bezahlen sie auch Steuern bei uns.“

Die Stimmung in Folkestone wurde nicht zuletzt durch den Tod eines Flüchtlings vor einer Woche angeheizt. Der Teenager wurde im Bahnhof der Stadt auf der Laderampe eines Shuttlezuges entdeckt.