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Hunderte Spitzensportler unter Dopingverdacht

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat mit Entsetzen auf die jüngsten Vorwürfe in der Leichtathletik reagiert. Das sei alles sehr alarmierend, hieß

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Hunderte Spitzensportler unter Dopingverdacht

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat mit Entsetzen auf die jüngsten Vorwürfe in der Leichtathletik reagiert. Das sei alles sehr alarmierend, hieß es in einer Erklärung. Mehrere Medien berichten , dass der Internationale Leichtathletik-Weltverband (IAAF) eine große Zahl von Sportlern mit auffälligen Blutproben nicht bestraft hat. Die Rede ist von mehr als 800 verdächtigen Athleten. Die Fälle stammten aus einer Datenbank des IAAF, die Journalisten anonym zugespielt wurde.

“Die Sportler müssen so lange als unschuldig betrachtet werden, bis das Gegenteil bewiesen ist“, sagte WADA-Präsident Craig Reedie am Rande des Kongresses des Internationalen Olympischen Komitees in Kuala Lumpur. „Es sind wilde Anschuldigungen und wir müssen dem natürlich nachgehen. Wir werden das so schnell wie möglich tun. Ich bin sehr überrascht, über die Zahlen und darüber, dass sie scheinbar direkt aus einer Datenbank des Internationalen Leichtathletikverbandes kommen. Ich bin sicher, dass der Verband jetzt mit Nachdruck nach dem Leck im eigenen Haus suchen wird.“

Jede dritte Medaille unter Verdacht

Nur gegen ein Drittel der Sportler laufe ein Verfahren oder sie seien bereits gesperrt, heißt es in den Berichten. Die restlichen zwei Drittel seien nie überführt worden. In den Ausdauersportarten stehe jede dritte Medaille unter Dopingverdacht.

“Doping ist auch im 21. Jahrhundert ein großes Thema. Es ist nicht neu, aber jeder sollte wissen, dass es für Betrüger keinen Platz bei uns gibt. Nicht in der Leichtathletik und nicht in der olympischen Bewegung“, sagte der Vize-Präsident des IAAF, Sergei Bubka,.

Ärzte, die die Listen mit den Namen der Sportler gesehen haben, sprachen von extremen, teilweise lebensgefährlichen Werten. Die Welt-Anti-Doping-Agentur will die Datenbankauswertung jetzt einer internen Kommission übergeben. Mit Ergebnissen ist frühestens in mehreren Monaten zu rechnen, auf keinen Fall aber vor den nächsten Leichtathletik-Weltmeisterschaften, die in drei Wochen in Peking beginnen.


Update: Der Internationale Leichtathletikverband weist in einer offiziellen Stellungnahme darauf hin, dass es sich um vertrauliche Daten handelt, die ohne Einwilligung weitergegeben worden seien. Man behalte sich weitere Schritte vor. Was damit genau gemeint ist, wird nicht klar. Inhaltlich geht der Verband auf die Vorwürfe nicht ein.