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Mexiko: Ermordeter Journalist wurde vor seinem Tod gefoltert

Nach dem Mord an einem Fotoreporter sind in Mexiko-Stadt mehrere Hundert Journalisten auf die Straße gegangen. Die Demonstranten warfen der Regierung

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Mexiko: Ermordeter Journalist wurde vor seinem Tod gefoltert

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Nach dem Mord an einem Fotoreporter sind in Mexiko-Stadt mehrere Hundert Journalisten auf die Straße gegangen. Die Demonstranten warfen der Regierung vor, nicht genug für die Aufklärung von Morden an Medienschaffenden zu machen. Ruben Espinosa war am Freitag gemeinsam mit vier Frauen tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Alle Leichen wiesen nach Polizeiangaben Folterspuren und einen Kopfschuss auf. Die Frauen sollen zusätzlich sexuell missbrauch worden sein.

Espinosa war erst kürzlich in die mexikanische Hauptstadt gezogen, weil er sich in seinem Heimatstaat Vercruz verfolgt fühlte. “Mehr als einhundert Journalisten wurden umgebracht, deswegen gilt Mexiko mittlerweile als zweit- oder drittgefährlichster Ort in der Welt, um Journalist zu sein. Leider gibt es im Bundesstaat Veracruz die meisten Fälle ermordeter Journalisten”, sagt ein Journalist.

“Wenn man ehrlich ist, dann bringen sie einen ja sowieso um, also die die sich nicht haben kaufen lassen. Oder sie sorgen dafür, dass man verschwindet. Also was kann man da machen? Sagen Sie es mir. Ich weiß es wirklich nicht mehr”, so Cristina, eine junge Journalistin.

Mexiko-Stadt war bisher als Zufluchtsort für bedrohte Journalisten aus anderen Landesteilen bekannt gewesen. Der Journalistenverband Articulo 19 nannte den Mord an Espinosa einen “Meilenstein der Gewalt gegen die Presse”. Die meisten Morde an Journalisten in Mexiko werden nie aufgeklärt.