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Börse Athen: Hellgrauer Dienstag nach "Schwarzem Montag"

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Börse Athen: Hellgrauer Dienstag nach "Schwarzem Montag"

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Am Tag zwei nach fünf Wochen Zwangspause haben jede Menge unbearbeitete Verkaufsorders vom Vortag die Börse in Athen noch einmal auf Talfahrt geschickt. Der griechische Leitindex brach bis zu fünf Prozent ein und verlor schließlich 1,22 Prozent. Der Bankenindex stürzte den zweiten Tag in Folge um 30 Prozent ab – Beobachter rechnen mit dem Aus für mindestens zwei Institute. Am “Schwarzen Montag” waren die Kurse um fast 25 Prozent nach unten gerauscht.

Sokrates Lazaridis,Vorstandschef des Börsenbetreibers Hellenic Exchanges, Athen:

“Der zweite Handelstag zeigte deutliche Anzeichen, dass wir uns in Richtung einer Normalisierung der Börse bewegen, nach einem Monat ohne Transaktionen. Fast alle Sektoren und ihre Indizes haben in eine positive Richtung gedreht, mit Ausnahme dieser drei – Banken, Nahrungsmittel und Gesundheit. “

Der erfolgreiche Abschluss der Verhandlungen mit den Gläubigern soll dem chronisch klammen Staat möglichst bald wieder Luft zum Atmen verschaffen. Eine Vereinbarung über ein drittes Hilfspaket für Griechenland könne bis zum 18. August stehen, so die Regierungssprecherin Olga Gerovasili

Andererseits hatte Regierungschef Alexis Tsipras wegen des Richtungsstreits in seiner Syriza-Bewegung schon vor Tagen Neuwahlen nicht ganz ausgeschlossen.

Der linke Flügel der Partei hatte zweimal gegen Reform- und Sparmaßnahmen gestimmt, Bedingung für neue Finanzhilfen der internationalen Geldgeber.

Wegen der drohenden Staatspleite hatte Griechenland die Börse Ende Juni geschlossen und strenge Vorschriften für den Geldverkehr erlassen. Dennoch stehen heimische Banken vor dem Ruin, weil die Griechen aus Angst vor dem “Grexit” – einem Ausscheiden ihres Landes aus der Euro-Zone – ihre Konten leerräumen.

su mit dpa, Reuters