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Mali: Wassermangel sorgt für Spannungen mit internationalen Helfern

Im Nordosten Malis sorgt Wassermangel für Spannungen zwischen den Einheimischen und internationalen Helfern. In dem Land ist die Regenmenge seit

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Mali: Wassermangel sorgt für Spannungen mit internationalen Helfern

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Im Nordosten Malis sorgt Wassermangel für Spannungen zwischen den Einheimischen und internationalen Helfern. In dem Land ist die Regenmenge seit 1998 um etwa ein Drittel eingebrochen. Dürreperioden gibt es regelmäßiger und sie sind länger als noch vor einigen Jahren. Die Folge: auch die Ernten werden schlechter. Nach einer UN-Studie sind 270.000 Menschen in der Region akut von Hunger bedroht.

Die Stadt Kidal ist 10 Kilometer entfernt von der nächsten größeren Wasserquelle. Viele Leitungen sind undicht. Oft müssen die Menschen viele Stunden anstehen, um etwas Wasser zu bekommen. “Es ist wirklich eine Krisensituation und die UN-Friedenstruppe ist dafür verantwortlich”, sagt ein Bewohner der Stadt. “Trotz ihrer ganzen Macht war die UN nicht in der Lage, neue Wasserquellen zu finden und den Menschen zu helfen. Sie haben nichts gemacht. Bis heute haben sie absolut nichts zustande gebracht.“

Mehr noch: einige Bewohner beschuldigen die Friedenstruppe sogar, Wasser in den UN-Camps zu verschwenden, uns so die Lage noch zu verschlimmern.

„Diese Anschuldigungen, die UN-Truppen sei der Grund aller Probleme, sind voreilig. Wir befinden uns in einer Situation, wo die Regierung Malis eigentlich nicht existiert”, sagt Christophe Sivillon, von der UN-Mission in Mali. “Außerdem sind 50 Prozent aller Menschen hier, also auch aller Wasserkonsumenten, geflohen. Es haben mal viele Menschen in Kidali gelebt, aber sie sind weg. Ich glaube nicht, dass die UN-Soldaten das Wasser von hier verschwenden.“

Nachdem UN-Truppen islamistische Milizen aus der Region vertrieben hatten, sollte der Norden Malis eigentlich zur Ruhe kommen. Aber die immer längeren Dürreperioden schaffen eine Situation permanenter Spannungen.
Viele Anwohner sagen, dass sich im Alltag kaum etwas verbessert und der Wassermangel sich sogar verschärft hat.