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Bei Gedenken an Michael Brown in Ferguson fallen Schüsse

Nach dem Gedenken an den vor einem Jahr erschossenen Schwarzen Michael Brown sind in der Stadt Ferguson im US-Staat Missouri in der Nacht zum Montag

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Bei Gedenken an Michael Brown in Ferguson fallen Schüsse

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Nach dem Gedenken an den vor einem Jahr erschossenen Schwarzen Michael Brown sind in der Stadt Ferguson im US-Staat Missouri in der Nacht zum Montag mehrere Schüsse gefallen. Dies berichtete die Polizei. Einer ihrer Beamten

Meinung

Irgendwann müssen sie schon auch nach Hause gehen.

sei unter “heftigen Beschuss” gekommen. Hubschrauber kreisten über dem Geschehen. Der Mann, der auf die Polizisten geschossen hatte, ist mit Schusswunden im Krankenhaus. Während der Unruhen kam es zu Plünderungen.

Der Polizeichef der St. Louis County, Jon Belmar, sagte: “Leider ist es auch zu Plünderungen gekommen. In einige Geschäfte ist eingebrochen worden. Sie sind ausgeraubt worden. Es kam auch zu einem Schusswechsel, etwa 40 oder 50 Sekunden lang, ein Schusswechsel zwischen zwei Gruppen.”

Für Montag riefen mehrere Gruppen zu einem Tag des zivilen Ungehorsams auf. Der Tod des Mannes vor einem Jahr hatte Unruhen und Demonstrationen gegen angeblich rassistisch motivierte Polizeigewalt ausgelöst.

Der Polizeichef von Ferguson, Andre Anderson, hatte am Abend gesagt: “Wir lassen die Menschen demonstrieren. Wir haben ihnen wirklich viel Freiraum gegeben. Allerdings mussten wir mehr als 15 Mal Gruppen auffordern, auseinanderzugehen. Wir haben wirklich sehr viel Geduld aufgebracht. Aber ich meine, irgendwie müssen schon auch nach Hause gehen. Wenn sie die Straßen nicht freimachen, dann müssen wir uns irgendwie durchsetzen.”

Ein Mann hat in der Nacht zum Montag auf die Polizei in Ferguson geschossen. Zuvor waren die Polizisten von einer großen Meute mit “Fuck you” beschimpft worden. Die Polizisten schossen auf den Angreifer, der dann mit Schusswunden ins Krankenhaus transportiert werden musste (Reuters/Rick Wilking):

Hier beschimpfen die Demonstranten die Polizei (Reuters/ Rick Wilking):

Amarion Allen ist mit seiner Mutter zur Demo gekommen. Hier stehen sie, kurz bevor die ersten Schüsse fallen (Reuters/ Rick Wilking):

Schüsse fallen. Alle rennen los (Reuters/Rick Wilking):

Ein Amateurvideo hat den Moment festgehalten, als die Schüsse in Ferguson fielen:

Die Polizei ist bereit:

Auch Tränengas wurde eingesetzt:

Überall liegen leere Tränengasbehälter herum:

“Ein Jahr danach, und nichts hat sich geändert.” Viele Tweets haben diesen Tenor.

Dort, wo Michael Brown starb, liegen heute ein paar Stofftiere auf der Straße. Ein kleiner bunter Haufen, eine hilflose Geste, die trotzdem traurig stimmt. Ein paar junge Männer stehen herum. Ein Fotograf schießt Bilder. Niemand spricht ein Wort. Es ist ein Jahr her (9. August), dass hier in Ferguson im US-Staat Missouri ein weißer Polizist den Afroamerikaner mit mehreren Schüssen tötete – Brown war 18 Jahre alt. (dpa)