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USA und GB im Zinswettrennen

Bei Business Middle East geht es diese Woche um die Zinsen in Großbritannien und den USA. Im Business-Snapshot geht es um Ägypten und die Erwartungen an den neuen Suezkanal.

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USA und GB im Zinswettrennen

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Seit Ende letzten Jahres hat die US-Notenbank mehrfach davon gesprochen, die Zinsen anzuheben, ein genaues Datum gab es jedoch nie. Beim letzten Treffen der Bank of England verhielt sich Mark Carney genauso wie Jannet Yellen.

Meinung

Auf der Eröffnungszeremonie für den neuen Suezkanal wird gefeiert, doch viele Experten fragen, ob die acht Milliarden Dollar, die der Neubau gekostet hat, wirklich die versprochenen wirtschaftlichen Vorteile bringen wird.

In den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich scheiden sich die Geister, bei der Prognose der Zinsentwicklung. Am Ende könnte alles ganz schnell gehen.

Doch wer wird die Zinssätze als Erster anheben, die Bank of England oder die US-Notenbank?

Die politischen Entscheidungsträger in den Vereinigten Staaten und im Vereinigten Königreich sind, was das Timing des Zinsanstiegs betrifft, gezwungen, einfach abzuwarten.

Beim letzten Treffen der Bank of England beschloss diese, die Zinsen bei 0,5 Prozent zu belassen, da der Ausschuss für Geldpolitik (MPC) feststellte, dass es keine Eile für eine Zinsanhebung gibt.

Der Vorsitzende der Bank of England, Mark Carney, sagte, dass die Bank den genauen Zeitpunkt für diesen Schritt nicht vorhersehen könne. Er ergebe sich aus verschiedenen ökonomischen Entwicklungen und beruhe allein auf Daten.

Genau dasselbe sagte auch Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank, sie sprach von einer Verbindung zwischen Zinsschritten und den Wirtschaftszahlen.

Die Inflationsrate ist in beiden Ländern immer noch niedrig. In den USA steht sie bei 0,2 Prozent, während das Vereinigte Königreich derzeit “null” Inflation misst.

Wirtschaftsanalytiker sprachen nach dem jüngsten Bericht des US-Arbeitsamtes am vergangenen Freitag davon, dass die Notenbank den Zinsschritt im September planen könnte. Das ist nur eine Option, starke Konjunkturdaten könnten jene aber bekräftigen.

Nour Eldeen al-Hammoury bringt Licht ins Zinsdunkel

Daleen Hassan, Euronews:
“Um dieses Thema noch besser zu verstehen, sprechen wir mit Nour Eldeen al-Hammoury, dem Chefmarktstrategen bei ADS securities.

Die britische Zentralbank verhält sich ganz ähnlich wie die US-Notenbank, was die Zinsanhebung und die Unklarheit über deren Zeitpunkt angeht. Wer wird den ersten Schritt wagen, wer ist eher zu dieser Entscheidung in der Lage?”

Nour Aldeen al-Hammoury:
“Es ist noch zu früh, um über Zinsanhebungen bei beiden Banken zu sprechen. Vergangenes Jahr versprach die US-Notenbank den Zinsschritt in einem der kommenden Treffen zu vollenden. Zuerst hieß es März, dann wurde auf Juni verschoben, dann auf September.
Jetzt könnte es aber auch noch auf Dezember verschoben werden, oder gar erst auf das kommende Jahr.

In Großbritannien wird zwar erwartet, dass die Zentralbank transparenter agieren wird als die US-Notenbank, das hat sich auch in den jüngsten Stellungnahmen und Treffen gezeigt.

Das wichtigste Teil des Puzzles um den Zinsschritt ist dennoch die Inflation, die gering ist und wohl auch erst mal für einige Zeit so bleiben wird, wegen des Rückgangs des Ölpreises.

In dieser Konstellation ist die Bank of England in der besseren Position und könnte die Zinsen deshalb vor der US-Notenbank anheben. Der Zinsschritt hängt hauptsächlich von der Entwicklung der Inflation ab.”

Daleen Hassan, Euronews:
“In der vergangenen Woche sprachen wir vom starken Pfund, denken Sie, dass der Markt den Sterlinghandel vom Zinsschritt abhängig machen wird? Wird es sich genauso abspielen wie mit dem Dollar?”

Nour Aldeen al-Hammoury:
“Noch nicht. Das Britische Pfund zeigte eine erstaunliche Stabilität in den vergangenen drei Wochen, es wurde zwischen 1,53 und 1,57 US-Dollar gehandelt. Diese Konstante zeigt die Kraft des Pfunds im Gegensatz zum Euro, der im Rennen mit dem Dollar wieder an Wert verlor.

Nach dem Statement der Bank of England, dass der Zinsschritt allein von Daten abhängig gemacht wird, werden die bevorstehenden Wirtschaftsnachrichten einen großen Einfluss auf die Märkte haben. Positive Zahlen könnten Investoren und Händler dazu ermutigen, in Erwartung einer Zinsanhebung auf das Pfund zu setzen. Genau dasselbe ist auch schon mit dem US-Dollar passiert.”

Daleen Hassan, Euronews:
“Danke für diesen Einblick, Nour.”

Business Snapshot: Ägyptens neuer Kanal

Ägyptens ambitioniertes Ziel einer Erweiterung des Suezkanals innerhalb von nur einem Jahr wurde am vergangenen Wochenende erreicht.

Die offizielle Eröffnungszeremonie ist nur der Anfang einer großen Herausforderung, für die alle hart arbeiten müssen, um Investoren in die Kanalzone zu locken.

Im Business-Snapshot lassen wir das Projekt!" in Zahlen noch einmal Revue passieren.

Auf der Eröffnungszeremonie für den neuen Suezkanal wird gefeiert, dennoch stellen viele Experten in Frage, ob die acht Milliarden Dollar, die der Neubau gekostet hat, wirklich die versprochenen wirtschaftlichen Vorteile bringen wird.

400 Firmen und rund 25.000 Arbeiter haben etwa zwölf Monate lang an dem Projekt gearbeitet.

Sie haben einen neuen, 35 Kilometer langen Kanal gebaut, und bestehende 37 Kilometer des Sueskanals breiter und tiefer gemacht.

Jetzt können 97 Schiffe pro Tag durch den Kanal fahren, früher waren es nur 49.

Die Einnahmen sollen sich dank des neuen Kanals bis 2023 verdoppeln.

Offizielle Hochrechnungen prophezeihen, dass es in der Kanalzone künftig eine Million Arbeitsplätze geben wird.

Die Schaffung der Arbeitsplätze hängt davon ab, ob es gelingt, Investoren in die Region zu ziehen, die dann Fabriken und Logistikzentren in das geplante Industriegebiet rund um den Kanal bauen.

Millionen Ägypter hoffen auf dieses Riesenprojekt, denn etwa 20 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.

#businessmiddleeast

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