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Jesiden im Irak: Heimat verloren - Leben im Lager

Hunderttausende sind geflohen. Einige kehren zurück, trotz Gefahr durch IS

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Jesiden im Irak: Heimat verloren - Leben im Lager

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Das Flüchtlingscamp im nordirakischen Dohuk beherbergt derzeit 18.000 Jesiden. Es ist nur ein kleiner Teil der Vertrieben dieser religiösen Gruppierung, die hier leben, hunderttausende aus dem Gebiet um Sinjar sind ins Ausland, unter anderem nach Deutschland geflohen. Im Lager Dohuk harren sie bei Temperaturen um 45 Grad Celsius in Zelten aus, dabei wollen sie einfach nur nach Hause.

Die Jesiden waren geflohen, als die Terrorgruppe IS vor einem Jahr in ihrer Heimat einmarschierte. Bereits kurz nach dem Einmarsch registrierte das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten 200.000 Flüchtlinge aus der Region.

Wen die Islamisten nicht vertrieben haben, den haben sie gefoltert, vergewaltigt oder getötet. Völkermord könnte das sein, urteilt ein Bericht des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen.

“Wir möchten einfach nur nach Hause und nicht mehr von anderen Menschen abhängig sein”, sagt der Familienvater Saïd, der im Camp in Dohuk lebt. “Wir halten die Situation nicht mehr aus. Wir können nicht unser restliches Leben hier verbringen.”

Die Anerkennungsquote für irakische Asylsuchende in Deutschland liegt nach Angaben der Organisation Pro Asyl bei 89 Prozent, ein Zeichen dafür, wie ernst die Situation in dem Land ist.

Die irakische Armee, kurdische und jesidische Kämpfer vermelden in jüngster Zeit Fortschritte im Kampf gegen die IS-Milizen, die halten aber immer noch Teile des Jesidengebietes besetzt. Trotzdem haben manche Jesiden inzwischen beschlossen, schon jetzt zurückzukehren. Was sie vorfinden, ist eine zerstörte Heimat.

Mit SRF/UNOCHA/Pro Asyl