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Minsk in weiter Ferne: Kiew und Separatisten beschuldigen sich gegenseitig

Nach erneuten heftigen Gefechten in der Ostukraine haben sich Kiew und die prorussischen Aufständischen gegenseitig massive Verstöße gegen das

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Minsk in weiter Ferne: Kiew und Separatisten beschuldigen sich gegenseitig

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Nach erneuten heftigen Gefechten in der Ostukraine haben sich Kiew und die prorussischen Aufständischen gegenseitig massive Verstöße gegen das Minsker Friedensabkommen vorgeworfen. Der ukrainischen Armee zufolge hält die Offensive der Rebellen auf Mariupol an. Kiew hatte die Abtrünnigen beschuldigt, das Dorf Starohnativka 50 Kilometer nördlich der Stadt mit Unterstützung von Panzern angegriffen zu haben. Außenminister Pavlo Klimkin sagte, die Angriffe seien Beispiele dafür, wie die russische Seite zusammen mit den selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk versuche, die Umsetzung des Minsker Abkommens zu behindern.

In Moskau beschuldigte Separatistensprecher Denis Puschilin die ukrainische Armee. Er warnte, wenn Kiew Minsk scheitern lasse, werde es möglicherweise einen Krieg größeren Ausmaßes geben. “Was wir sehen, ist leider, wie Kiew so tut, als würde es sich an die Minsker Vereinbarungen halten”, so Puschilin. “Leider sehen wir, dass Kiew provoziert.”

Der russische Präsident Wladimir Putin besprach sich angesichts der sich verschärfenden Lage im Ukraine-Konflikt in Moskau mit dem Sicherheitsrat. Er warf dem ukrainischen Militär vor, zunehmend Dörfer mit Zivilisten und auch OSZE-Beobachter zu beschießen.

Die OSZE bestätigte das nicht, bezeichnete die jüngsten Entwicklungen in der Ostukraine aber als alarmierend. Es habe vor allem im Norden und Osten von Mariupol vermehrt Verstöße gegen die Waffenruhe gegeben. Der Chef des ukrainischen Verteidigungs- und Sicherheitsrates erklärte, die Ukraine verstärke aktuell ihre Stellungen mit neuen Waffen und neuer Ausrüstung.