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So sehen die Menschen auf Kuba die Annäherung an die USA

Die Annäherung zwischen Kuba und den USA lässt viele Menschen auf der Karibikinsel hoffnungsvoll und gespannt in die Zukunft schauen. Nicht wenige

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So sehen die Menschen auf Kuba die Annäherung an die USA

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Die Annäherung zwischen Kuba und den USA lässt viele Menschen auf der Karibikinsel hoffnungsvoll und gespannt in die Zukunft schauen. Nicht wenige glauben, die neuen Entwicklungen werden gut für Kuba sein. Die Wiedereröffnung der Botschaften beider Länder vergangenen Monat: ein Meilenstein.

Meinung

Wir erwarten nichts Spektakuläres.

Eine Passantin in Havanna meinte: “Dass Kuba und die USA nach so vielen Jahren wieder Beziehungen aufgenommen haben, wird den Familien nützen. Sowohl denen in den USA, als auch denen hier in Kuba.”

Viele Fragen müssen noch geklärt werden, besonders was demokratische Reformen auf der Insel angeht. Oppositionsgruppen sagen, die Regierung gehe weiterhin hart gegen Kritiker und Dissidenten vor.

Elizardo Sanchez, Sprecher der Nationalen Kommission für Menschenrechte und Aussöhnung sagt: “Wir, und wohl auch die Regierungen, erwarten von der Wiederaufnahme der Beziehungen nichts Spektakuläres, denn die Regierung Kubas weigert sich, dringend notwendige Reformen umzusetzen, etwa bei Menschenrechten, in der Politik, der Wirtschaft, auf sozialer und kultureller Ebene.”

Der 78 Jahre alte Eladio Aguilar gehört zu der Generation, die 1961 die US-Invasion in der Schweinebucht zurückgeschlagen hat. Er sagt, die Normalisierung der Beziehung zu den USA sei nicht das Ende der revolutionären Vision.

Eladio Aguilar: “Vielleicht denken manche Träumer oder oberflächlichen Leute, das sei das Ende des Sozialismus. Sie denken, dass mit dem Verschwinden der historischen Generation der Sozialismus in Kuba zu Ende sei. Aber das ist nicht so!”

Abseits ideologischer Fragen hoffen viele schlicht, dass die US-Sanktionen bald aufgehoben werden. Laut der kubanischen Regierung bedeutete das 1962 erlassene Embargo für die Wirtschaft des Insellandes einen Schaden von insgesamt mehr als einer Billion Dollar.

Der Politologe und Friedensaktivist Manuel Yepe sagt: “Die USA nennen die Blockade ein Embargo. Aber die US-Sanktionen gehen weit über ein Embargo hinaus. Sie sind viel komplizierter und brutaler. Ihretwegen konnten wir unsere Pläne im Bildungswesen nicht umsetzen, in der Kultur, im Sport und in vielen anderen Bereichen.”

Während die einen die schwierige Vergangenheit hinter sich lassen wollen, haben andere gerade den 89. Geburtstag von Revolutionsführer Fidel Castro gefeiert. Der frühere Staatschef, der 48 Jahre an der Macht war, verkörpert wie niemand sonst die schwierigen und guten Zeiten, die Kuba seit der Revolution durchgemacht hat.