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Tschuri fliegt an der Sonne vorbei


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Tschuri fliegt an der Sonne vorbei

Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko, besser bekannt als Tschuri, ist am frühen Donnerstagmorgen problemlos an der Sonne vorbeigeflogen. Um 4.03 MEZ erreichte er den sonnennächsten Punkt seiner Bahn. Mit dabei war auch die europäische Raumsonde Rosetta und das dazugehörende Labor Philae.

Zum Zeitpunkt der größten Sonnennähe war Tschuri 186 Millionen Kilometer von unserem Zentralgestirn entfernt. Dann entfernte er sich wieder auf seiner langen elliptischen Bahn, für die er sechseinhalb Jahre benötigt.

Die Europäische Raumfahrtagentur ESA äußert sich um 13 Uhr MEZ im Internet per Google Hangouts zu dem Ereignis.

Jeder kann Fragen unter dem Hashtag #AskRosetta einsenden.

Vorbeiflug an Sonne soll mehr über Geschichte unserer Galaxie verraten

Die Wissenschaftler wollen organische Partikel untersuchen, die seit 4,6 Milliarden Jahren im Inneren des Kometen stecken. Sie hoffen, dass sich beim Vorbeiflug an der Sonne durch die Hitze Gase ausdehnen und Teile des Kometen aufbrechen. Eis auf der Oberfläche Tschuris verdampft, wodurch Gas- und Staubstürme entstehen und Partikel freigesetzt werden. Das alles könnte Aufschluss über die Bildung des Sonnensystems geben.

Das europäische Weltraumlabor Philae, das sich auf der Oberfläche des Kometen befindet, schweigt seit mehr als einem Monat. Rosetta kann diese Partikel aber auffangen. Die Sonde ist derzeit rund 300 Kilometer vom Kometen entfernt, näher kann sie nicht an Tschuri heran, da sonst die Gefahr besteht, im ausströmenden Gas verloren zu gehen.

Die Instrumente Rosettas können Partikel aber auch auf so große Distanz auffangen, allerdings in geringeren Mengen. Außerdem wird die Raumsonde die interessantesten Teilchen wohl nicht fangen, vermutet Mak McCaughrean von der ESA.

Mit Hilfe von Fotos, die Rosetta aufgenommen hat, können die Forscher das Aussehen Tschuris vor und nach dem Sonnenvorbeiflug vergleichen. Diese Bilder, die Gasproben und andere Messungen sollten neues über die Zusammensetzung des Kometen und seine Umlaufbahn ans Licht bringen.

Philae steckt seit seiner Landung am 12. November 2014 auf dem Kometen fest. Nach sieben Monaten Winterschlaf konnte der Lander wieder Kontakt zu Philae herstellen, doch seit dem 9. Juli ist nichts mehr von Philae zu vernehmen.

“Vielleicht ist Philae aktiv. Aber wir haben keinen Kontakt, wir wissen nichts über seinen Zustand,” sagt Patrick Martin, Chef der Rosetta-Mission.

Sobald der Komet wieder weiter von der Sonne entfernt ist und die Stürme sich gelegt haben, wollen die Wissenschaftler Rosetta etwas näher an Tschuri steuern. Sie hoffen, dass sie dann wieder Kontakt zu Philae bekommen.

Mehr zur Rosetta-Mission

http://www.euronews.com/2015/03/26/comet-chasing-rosetta-mission-keeps-surprising-scientists/

http://fr.euronews.com/2014/11/12/portrait-robot-de-philae/

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