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Migranten beschweren sich über Bevorzugung syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge

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Migranten beschweren sich über Bevorzugung syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge

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Die ersten Syrer sind am frühen Sonntagmorgen auf der griechischen Ägäis-Insel Kos an Bord der Fähre “Eleftherios Venizelos” gegangen. Sie dient zur Registrierung und für die zeitweilige Unterbringung der Bürgerkriegsflüchtlinge. Das Schiff war am Freitag im Hafen der Ferieninsel vor Anker gegangen. Die illegalen Einwanderer aus anderen Staaten fühlen sich benachteiligt.

“Ich warte hier, aber sie helfen nur den Syrern. Sie wissen einfach nicht, was im Irak oder in Pakistan und im Iran los ist. Das ist ein Problem. Wenn ich ihnen sage, ich komme aus dem Irak, dann verjagen sie mich”, beschwert sich der Iraker Tayeb Adib.

Knapp 250.000 Migranten haben es in diesem Jahr bereits nach Europa geschafft, etwa die Hälfte traf in Griechenland ein. Das wirtschaftlich angeschlagene Griechenland ist mit der Situation überfordert. Allein in den vergangenen vier Wochen kamen dem UNHCR zufolge 50.000 neue Migranten in das Land in der Ägäis.

“Wir fordern die Behörden auf, uns zu helfen. Wir sind alleine und es ist unmöglich hier zu helfen. Es ist unmöglich, dass Menschen hier 30 Tage lang bleiben. Wir haben den Punkt erreicht, an dem wir niemanden mehr helfen können, weil es so viele sind”, sagt Julia Kouraff von einer internationalen Hilfsorganisation.

Unter den illegalen Einwanderern wachsen die Spannungen. Vor der Polizeiwache von Kos kam es am Samstag zu einem Handgemenge, an dem rund 50 Afghanen, Iraner und Pakistanis beteiligt waren. Inzwischen wurden weitere Polizisten nach Kos verlegt.