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"Gefühllose Manager" und umstrittene Arbeitsbedingungen bei Amazon

Laut einem Artikel der New York Times ist Amazon ein Arbeitgeber mit schroffem Arbeitsklima und gefühllosem Management. Zu diesem Urteil kamen die

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"Gefühllose Manager" und umstrittene Arbeitsbedingungen bei Amazon

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Laut einem Artikel der New York Times ist Amazon ein Arbeitgeber mit schroffem Arbeitsklima und gefühllosem Management. Zu diesem Urteil kamen die Reporter laut eigenen Angaben nach Gesprächen mit über 100 früheren und aktuellen Amazon-Mitarbeitern. Jeff Bezos, Gründer und Chef des weltgrößten Online-Händlers, widersprach in einer Email an seine Mitarbeiter dem Zeitungsbericht. Pikantes Nebendetail: Der Hauptkonkurrent der NYT ist die Washington Post, die Amazon-Chef Jeff Bezos gehört.

Meinung

Ich bin überzeugt, dass jeder, der bei einem Unternehmen arbeitet, wie es in der 'New York Times' beschrieben wurde, wahnsinnig wäre, zu bleiben.

Im Folgenden einige der umstrittenen Arbeitspraktiken, die im NYT-Bericht vom Wochenende dargestellt werden:

Geheime Rückmeldung

Angestellte seien angewiesen, geheime Rückmeldungen an das Management zu geben. Dazu gebe es eigens das “Anytime Feedback Tool”. Laut der NYT würden dadurch Intrigen und Machenschaften gefördet. Teilweise sei dieses anonyme Feedback in der Leistungsbeurteilung des Mitarbeiters eingeflossen.

Die 14 Amazon-Leitsätze

Angestellte bekämen Amazons 14 Grundsätze auf laminierten Karten. Würden diese Regeln verinnerlicht, bekomme der Mitarbeiter eine virtuelle Auszeichnung.

Sparsamkeit über alles und lange Arbeitszeiten

Laut dem NYT-Artikel berichteten einige Mitarbeiter über Emails nach Mitternacht gefolgt von der SMS, warum sie nicht gleich beantwortet würden.

Uneinigkeit ist der Schlüssel

Laut der NYT sei Jeff Bezos der Ansicht, dass Harmonie am Arbeitsplatz oft überbewertet wird. Mitarbeiter müssten “Kritik üben und sich engagieren” (Amazon-Grundsatz Nummer 13) oder wie es die NYT ausdrückte, die Ideen von Kollegen so heftig angreifen, dass das Feedback sehr schmerzhaft ausfällt.

“Wir wollen immer die richtige Antwort finden”, schrieb Personal-Vizechef Tony Galbato in einer E-Mail an die NYT. “Es wäre sicherlich viel einfacher und sozial verträglicher, Kompromisse zu suchen und nicht zu diskutieren, aber das kann auch zu einer falschen Entscheidung führen.”

Schroffes Betriebsklima

Ein früherer Mitarbeiter aus dem Buch-Marketing berichtete der Zeitung: “Ich habe fast jeden , mit dem ich arbeitete, am Schreibtisch weinen gesehen.” Insgesamt herrsche ein schroffes Betriebsklima.

Mangel an Emphatie

Der NYT-Artikel berichtete unter anderem von Fällen, in denen Menschen nach Familientagödien oder mit Gesundheitsproblemen wie Krebserkrankungen aufgrund ihrer nachlassenden Arbeitsleistung kritisiert wurden.

Reaktion von Amazon-Chef Bezos

Amazon-Gründer Bezos reagierte auf die Anschuldigungen in einer Mitarbeiter-E-Mail, die von mehreren Technologie-Blogs veröffentlicht wurde.

Der Artikel stelle einzelne Geschichten über “schockierend gefühllose Management-Praktiken” in den Vordergrund,
schrieb Bezos in seiner E-Mail. “Ich bin überzeugt, dass jeder, der bei einem Unternehmen arbeitet, wie es in der ‘New York Times’ beschrieben wurde, wahnsinnig wäre, zu bleiben. Ich weiß, dass ich so ein Unternehmen verlassen würde”, schrieb Bezos. Auch wenn solche Fälle selten oder nur vereinzelt auftreten würden, sollte die Toleranz für einen solchen Empathiemangel gleich Null sein, betonte er. Zugleich rief er die Mitarbeiter auf, wenn ihnen solche Fälle bekannt werden, dies an die Personalabteilung oder direkt an ihn persönlich zu melden.