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Googles Gruselkabinett: Waldspaziergang mit Roboter

Bisher war der Google-Mann ein Stubenhocker, jetzt durfte er endlich mal an die frische Luft. Der Roboter der Firma Boston Dynamics, die zum

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Googles Gruselkabinett: Waldspaziergang mit Roboter

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Bisher war der Google-Mann ein Stubenhocker, jetzt durfte er endlich mal an die frische Luft. Der Roboter der Firma Boston Dynamics, die zum Google-Imperium gehört, erkundet den Wald und ähnelt dabei einem Rentner mit Hüftschaden, der seinen Enkeln etwas beweisen will und durch das Unterholz wackelt. Noch darf der Metallknabe nicht von der Leine – aber nicht aus Angst, dass er sich plötzlich davonmachen könnte, um arglose Spaziergänger zu erschrecken und deren Dackel in die Flucht zu schlagen, sondern schlicht und ergreifend, weil er Saft braucht, denn so ein Waldspaziergang kostet eine Menge Energie.

Atlas heißt das Blech-Ungetüm. Im Labor hatten seine Erbauer ihm das Gehen beigebracht, ihn auf ebenem Untergrund in Bewegung gesetzt und über eine Steinpiste geschickt: Gar nicht so einfach mit “Füßen” wie Bügeleisen, doch der Metallschädel ist ja lernfähig, immerhin wird er von allerhand klugen Köpfen gefüttert und aufgezogen, oder eher programmiert und zusammengeschraubt. Atlas ist 1,88 Meter groß und wiegt 158 Kilogramm: Akute Adipositas-Gefahr! Na gut, er hat schwere “Knochen”, in diesem Fall stimmt’s wirklich.

Einen ganzen Roboter-Zoo hat sich Boston Dynamics mittlerweile zusammengelötet: Ein vierbeiniges Gerät, das wie eine Mischung aus Pferd, Zwerggiraffe und Jurassic-Parc-Kreatur aussieht, wackelt auch schon durch die Gegend – das Vieh macht sich sogar selbst die Tür auf.

Sein Kollege – so etwas wie ein dicker Metallhund oder eine Art Riesenpferd – hat ebenfalls schon Geländeerfahrung gesammelt, schlägt sich durch die Büsche, spaziert über Waldboden und Feldwege.

Atlas, der Zweibeiner, soll bald von der Leine gelassen werden und sich ohne permanente Stromverbindung bewegen können, sagen die Konstrukteure. Und dabei soll es nicht bleiben, weitere Entwicklungen und Verbesserungen seien zu erwarten – nicht dass das nachher so endet wie in Arnolds Filmmonument:

Um Mensch und Tier noch näher zu kommen, soll unter anderem das Balanceverhalten nachempfunden werden. Gerät die Maschine ins Wanken, weil sie auf einen Stein getreten ist oder einen Abhang herunterwetzt, soll sie selbst in der Lage sein, ein Ausrutschen, ein Fallen zu verhindern. Feinmotorisch hat das laufende Gestell aus Aluminium, Stahl und Titan also noch Nachholbedarf, aber Auto fahren geht schon. Spezialisten in Florida schrieben ein entsprechendes Programm, das dem Eisenschädel eingehämmert wurde und schon drückte er auf die Tube. Spätestens da ist man doch bei Terminator angelangt, oder etwa nicht? Nur dass der T-1000 zumindest Hemd und Hose trägt. Vielleicht sollte Google mal C&A aufkaufen, um seinem Ungetüm etwas über die nackten Drähte werfen zu können.