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Yuan-Abwertung verunsichert die Märkte

Eine Woche, nachdem Chinas Notenbank den Yuan abgewertet hat, konzentrieren wir uns auf die Reaktionen, die dieser Schritt ausgelöst hat, der zur

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Yuan-Abwertung verunsichert die Märkte

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Eine Woche, nachdem Chinas Notenbank den Yuan abgewertet hat, konzentrieren wir uns auf die Reaktionen, die dieser Schritt ausgelöst hat, der zur Unterstützung der Wirtschaft unternommen worden war. Die Abwertung hat viele Fragen aufgeworfen und Ängste geweckt in einem Land, das als einer der Motoren der Weltwirtschaft gilt. Die Abwertung hatte Auswirkungen auf die Börsen, auf Rohstoffpreise und Währungen.

Meinung

Händler sollte wegen der Abwertung nicht überreagieren.

Es ist eine bekannte finanzpolitische Taktik: Wenn die Wirtschaft schwächelt, schreitet die Zentralbank ein. So geschehen etwa beim sogenannten quantitative easing in den USA, Japan und der Eurozone. Nichts anderes ist in China geschehen, warum schlug die Abwertung also solche Wellen rund um den Globus?

Chinas Entscheidung von vergangener Woche, die Landeswährung um zwei Prozent abzuwerten, ließ den Yuan auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren fallen. Am Mittwoch wertete die Zentralbank die Währung noch mal um 1,06 Prozent, am Donnerstag um weitere 1,11 Prozent ab.

Es war eine Kombination verschiedener Faktoren, deretwegen die Bank diese Entscheidungen traf, darunter die jüngsten Börsenverluste, speziell in Shanghai, und der Exportrückgang um 8,3 Prozent im Juli. Auch die Wachstumsprognosen gehen von einem Rückgang auf weniger als sieben Prozent aus.

In den vergangenen Jahren galt Chinas Währung als eine der stärksten. Doch genau das setzte die chinesischen Exporte unter Druck.

Nach den Abwertungen sank der Wert des Yuan im Vergleich zum globalen Währungskorb. Gegenüber dem Dollar etwa ging es um 2,92 Prozent nach unten, gegenüber dem Euro um 3,89, auch im Vergleich zum Schweizer Franken und dem britischen Pfund lag der Yuan-Verlust bei mehr als 3 Prozent.

Die Entscheidung der chinesischen Notenbank schlug sich an den Börsen weltweit nieder, speziell denen der Golfstaaten. Hier drehten die meisten von ihnen in der zweiten Augustwoche ins Minus. Der Dubai Index etwa fiel um 3,35 Prozent. Zugleich belief sich der Gesamtverlust an der Börse der Vereinigten Arabischen Emirate Schätzungen zufolge auf 18 Milliarden Dirham, umgerechnet rund 4 Milliarden Euro.

EXPERTEN-INTERVIEW

Daleen Hassan, euronews
Analysten sind in Bezug auf die Yuan-Abwertung unterschiedlicher Ansicht. Einige halten den Schritt für negativ, anderen sagen, er sei logisch und werde der chinesischen Wirtschaft helfen. Über das Thema spreche ich mit dem Markanalysten Nour Aldeen Al Hammoury von ADS Securities in Abu Dhabi. Nour, es gibt unterschiedliche Ansichten. Stimmen Sie den Analysten zu, die sagen, China habe einen neuen Währungskrieg begonnen, und die Märkte könnten noch weitere negative Auswirkungen erleben?

Nour Aldeen Al Hammoury
Ein Währungskrieg ist für die Märkte nichts Neues. Dieser Krieg ist seit Beginn der Finanzkrise da, als Länder ihre Währungen abwerteten als Mittel, um die Wirtschaft anzukurbeln. Allerdings können wir sagen, der Währungskrieg wird heftiger, als das bisher der Fall ist. Aber solche Auseinandersetzungen bringen auch immer neue Chancen, daher können wir nicht sagen, ob dies gut oder schlecht ist. Wir wissen aber, dass hier neue Chancen für Handel und Investitionen entstehen. Die Entscheidung der chinesischen Notenbank wird als Reformschritt gesehen, für uns ist das eine ganz normale Entscheidung.

euronews
Es wurden Bedenken laut, dass die Abwertung Folgen für den Devisenhandel in der kommenden Handelsperiode haben könnte, speziell im Nahen Osten.

Nour Aldeen Al Hammoury
Die Abwertung des Yuan hatte einen spürbaren negativen Einfluss auf die weltweiten Märkte, einschließlich denen im Nahen Osten. So hat die Abwertung zunächst zu einem starken Anstieg des Dollars geführt, bevor er dann gegen Ende vergangener Woche wieder nach unten ging und die Ölpreise mit sich auf einen neuen Jahrestiefstand zog. Die Furcht der Märkte im Nahen Osten vor einem niedrigen Ölpreis ist wieder da, da der sinkende Ölpreis sich auf die Haushalte der Golfstaaten auswirkt. Saudi-Arabien musste an den Anleihemarkt zurück, um das aktuelle Ausgabenniveau beibehalten zu können. Der Markt hat das als negatives Zeichen gewertet, was zu massenhaftem Verkauf regionaler Papiere geführt hat. Und das trotz der Tatsache, dass die saudischen Schulden im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt bei 1,6 Prozent liegen und zu den niedrigstend er Welt gehören. Auf der anderen Seite sehen wir keinen weiteren Wertverlust des Yuan. Chinas Notenbank hat auch deutlich gemacht, dass das Gerede von einem zehnprozentigen Verlust Unsinn ist. Die Bank geht davon aus, dass der Yuan wieder steigt. Hier bei ADS Securities sehen wir nach wie vor eine beträchtliche Nachfrage nach Yuan, egal ob in Asien, dem Nahen Osten oder Europa. Deshalb glauben wir, Händler und Investoren sollte angesichts der chinesischen Schritte nicht überreagieren und keine Angst haben.

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Der IWF hat die Abwertung des Yuan begrüßt. Glauben Sie, dies ist ein Zeichen dafür, dass der Yuan schon bald in den internationalen Währungskorb aufgenommen wird?

Nour Aldeen Al Hammoury
Der IWF hat den Schritt der Notenbank als Erstes begrüßt. Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass China die richtigen Schritte unternommen und dass diese Intervention wichtig und gesund war. Außerdem ist es ein positiver Faktor für Chinas Willen, in den Währungskorb aufgenommen zu werden. Der Schritt war ein klares Zeichen an den IWF und an die Welt, dass China dafür bereit ist.